Markenpiraterie: ebm-papst deckt Fälscher-Netzwerk auf

Im September erfolgte eine unangekündigte Razzia in der Fälscherwerkstatt.
Im September erfolgte eine unangekündigte Razzia in der Fälscher-Werkstatt. – © ebm-papst

Der Ventilatoren- und Motorenhersteller ebm-papst zeigt Entschlossenheit im Kampf gegen Markenpiraterie. Nach einer erfolgreichen Razzia bereits vor einem Jahr haben Ermittler im vergangenen September erneut eine Fälscher-Fabrik in China aufgedeckt, die kopierte ebm-papst-Produkte verkauft hatte.

ebm-papst, Hersteller von Ventilatoren und Motoren mit Hauptsitz in Mulfingen, beweist erneut sein unermüdliches Engagement für den Schutz seiner Kunden und die Wahrung der Markenreputation. Ermittler haben im September 2024 eine chinesische Fabrik aufgedeckt, welche gefälschte ebm-papst-Produkte verkauft hatte. Jährlich verursachen Fälschungen und die dazugehörigen Ermittlungen mehrere 100.000 Euro wirtschaftlichen Schaden und Gesamtkosten bei ebm-papst.

Hinweis durch Kunden

Anfang Juli 2024 habe ebm-papst erneut einen Hinweis eines langjährigen Kunden erhalten. Dieser habe Produkte des Unternehmens erhalten, die im Vergleich zu früheren Käufen eine mindere Qualität aufwiesen. Ralf Duckeck, Vice President Intellectual Property (Verantwortlicher für Patente und Geistiges Eigentum) der ebm-papst Gruppe, und sein international agierendes Team reagierten direkt auf diesen Verdacht der Produktfälschung und versuchten weitere Details herauszufinden, so das Unternehmen.

„Produktfälschungen stellen eine erhebliche Bedrohung für die Integrität unserer Marke und die Sicherheit unserer Kunden dar. Gefälschte Produkte können minderwertige Materialien enthalten und nicht den strengen Qualitäts- und Sicherheitsstandards entsprechen, die wir für unsere Originalprodukte gewährleisten“, erklärt Duckeck.

Ralf Duckeck, Vice President Intellectual Property (Verantwortlicher für Patente und Geistiges Eigentum) der ebm-papst Gruppe, und sein international agierendes Team deckten erneut eine chinesische Fälscherwerkstatt auf.
Ralf Duckeck, Vice President Intellectual Property der ebm-papst Gruppe, und sein international agierendes Team deckten erneut eine chinesische Fälscherwerkstatt auf. – © ebm-papst

Fälscher-Werkstatt in Foshan

Aufwendige Ermittlungen führten das Team zu einer mutmaßlichen Fälscherwerkstatt in Foshan, welche vorgab, eine ebm-papst-Niederlassung zu sein, beschreibt der Hersteller sein Vorgehen. Der Verdacht gegen diese Werkstatt habe sich verhärtet, nachdem man dort gefälschte ebm-papst-Etiketten gefunden habe.

Weitere Nachforschungen ergaben, dass der Betreiber dieser Fälscherwerkstatt bereits verantwortlich für die 2023 durch ebm-papst aufgelöste Fabrik war und nun seine Firmenfläche verlagert, sowie deutlich vergrößert hatte. Der besagte Betreiber konnte sich laut ebm-papst damals den chinesischen Behörden entziehen. Er war jedoch bereits polizeibekannt, da er schon im Jahr 2016 bei solchen Aktivitäten erfasst worden sei.

Aufbereitete Gebrauchtgeräte

Aufgrund der Ermittlungsergebnisse und der sich daraus ergebenden Beweislast, habe man das Foshan Public Security Bureau (PSB) informiert, so ebm-papst weiter. Dies habe beschlossen, im September gemeinsam mit dem Team von ebm-papst eine unangekündigte Razzia durchzuführen. Hierbei konnten erfolgreich die Verantwortlichen der Fälscherwerkstatt festgenommen werden. Zu den Aktivitäten der Fälscherwerkstatt in Foshan gehörte der Kauf von gebrauchten Original-Ventilatoren des Herstellers ebm-papst aus Übersee, die aufgearbeitet und anschließend neu etikettiert wurden. Die überholten Ventilatoren wurden als neue Original-Produkte weiterverkauft. Bei der Razzia wurden insgesamt vier Personen festgenommen, darunter der Betreiber der Fälscherwerkstatt und seine Frau.

Mit dieser Festnahme ist es ebm-papst gelungen, einen professionellen Fälscherring auszuschalten. Außerdem wurden bei der Razzia laut dem Unternehmen mehr als 300 Ventilatoren sichergestellt sowie rund 500 ebm-papst-Etikette. Auch Produkte und Etiketten von branchenähnlichen Herstellern konnten die Ermittler sicherstellen.

Bei der Razzia wurden über 300 Ventilatoren und rund 500 ebm-papst-Etikette sichergestellt.
Bei der Razzia wurden über 300 Ventilatoren und rund 500 ebm-papst-Etikette sichergestellt. – © ebm-papst

Keine Kompromisse – keine Fälschungen

Den Fall hat inzwischen die Staatsanwaltschaft in China übernommen. Es sei davon auszugehen, dass eine Geld- und Gefängnisstrafe dazu führen werde, dass es dem Fälscher nahezu unmöglich sein werde, erneut eine Werkstatt zu eröffnen.

„Die Bekämpfung von Produktfälschungen hat für den Schutz unserer Markenreputation höchste Priorität. Unsere Kunden verlassen sich auf die Qualität und Zuverlässigkeit der ebm-papst Produkte, und es ist unser Anspruch, dieses Vertrauen zu wahren. Die erfolgreichen Ermittlungen unterstreichen unser Engagement, unsere Kunden vor minderwertigen Nachahmungen zu schützen“, so Dr. Klaus Geißdörfer, CEO der ebm-papst Gruppe.

Ziel sei es, sicherzustellen, dass diese stets die Qualität und Leistung erhalten, die sie von ebm-papst erwarten. „Keine Kompromisse, keine Fälschungen“, betont Geißdörfer.

www.ebmpapst.com