Sanitär -

Mit dem Toilettenbus durch San Francisco

In Amerika leben 600.000 Menschen, die keinen Zugang zu fließendem Wasser haben. In San Francisco bietet Doniece Sandoval den Obdachlosen einen Platz um sich zu waschen. Für ihre Projekt baute sie Busse zu mobilen Toiletten- und Duschwagen um.

„Helft mir, ich bin so schmutzig. Ich kann mich nicht waschen!“ Die Rufe einer obdachlosen Frau in den Straßen San Franciscos im Jahr 2012 haben Doniece Sandoval berührt und nicht mehr losgelassen. Sie überlegte, wie sie der Frau helfen könnte. Bei Recherchen fand sie heraus, dass es in San Francisco nur 16 Duschen für 3.500 obdachlose Männer, Frauen und Kinder gibt. „Das ist ja verrückt, wir leben doch in keinem Dritte-Welt-Land“, dachte sie sich.

Dann sah sie, dass immer mehr Food-Trucks in der Stadt umherfuhren. Warum dann nicht einen Truck mit Toiletten und Duschen ausrüsten? So entstand ihre Idee für den Toilettenbus.

Sandoval machte Werbung für ihr Projekt und fand schnell Unterstützung. Kurz darauf gründete sie die gemeinnützige Organisation Lava Mae. Sie baute Busse in mobile Wasch- und Duschwagen um und fährt seit Juni 2014 damit sechs Tage die Woche durch die Stadt.

Technisches Knowhow beim Umbau gefragt

Von Anfang an konnte die engagierte Frau Spenden über Crowdfunding eintreiben. Auch die städtischen Busse wurden gespendet. Die größte Herausforderung war die Wagen umzubauen und dabei die Stabilität des Fahrzeuges zu erhalten. Der Bus durfte auf den kurvigen Straßen in San Francisco nicht umkippen.

Das Team von Lava Mae probiert vieles aus und baute den Wagen innen und außen um. Wichtig war ihnen den Menschen im Innern Privatsphäre zu ermöglichen und die Räumlichkeiten auch für Menschen im Rollstuhl zugänglich zu machen. Sandoval und ihre Kollegen entschieden daher nur zwei Badezimmer einzubauen, mit jeweils einer Dusche, Waschbecken, Toilette und Umkleideraum. Außerdem mussten die Handwerker an einigen Fragen tüfteln: Wie bekommen wir heißes Wasser? Wie machen wir den Innenteil wasserfest? Wie verlegen wir die Schläuche auf einer Fläche, die nicht immer eben sein wird?

Der mobile Duschbus aus San Francisco

80% der Bedürftigen kommen wieder

Mittlerweile hat das Team von Lava Mae einen zweiten Bus umgebaut. Seit dem Start im Juni 2014 konnten sich 2.000 Obdachlose bei 4.000 Duschen kostenlos reinigen. Rund 80% der Benutzer kommen regelmäßig wieder. Das zeigt, dass der Duschbus bei den Bedürftigen gut ankommt. Der Wagen hält zu festen Terminen vor Sozialeinrichtungen in der Stadt. So wissen die Obdachlosen stets, wann er vor Ort ist.

Drei Tipps von Doniece Sandoval für alle, die eine gemeinnützige Organisation gründen wollen:

  1. Sei dir bewusst, dass es einen Bedarf für deine Idee gibt und dass deine Gemeinde das, was du machst unterstützt.
  2. Hole die richtigen Partner mit ins Boot. Ohne die Unterstützung der lokalen Verwaltung und anderer sozialer Einrichtungen geht es nicht.
  3. Versuche es nicht auf eigene Faust. Bei jedem Projekt gibt es so viele Aspekte, die man berücksichtigen muss. Da ist zusätzliches Knowhow und Mannstärke gefragt.

Lava Mae - Duschen im Bus

Das Video erklärt die Idee hinter dem Projekt und zeigt, wie der Bus umgebaut wurde.

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