SHK-Betriebe unter Druck – Markt zeigt deutliche Warnsignale

Mehr als 83 % des Branchenumsatzes erwirtschaften SHK-Betriebe aktuell im Sanierungsgeschäft. Doch genau hier fehlt es zunehmend an Investitionsimpulsen – Aufträge brechen weg.
Mehr als 83 % des Branchenumsatzes erwirtschaften SHK-Betriebe aktuell im Sanierungsgeschäft. Doch genau hier fehlt es zunehmend an Investitionsimpulsen – Aufträge brechen weg. – © ZVSHK/Tanja Bolte

Die wirtschaftliche Lage im SHK-Handwerk kippt weiter in Richtung Abschwung. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) unter rund 1.690 Innungsbetrieben.

Zwar wird die aktuelle Geschäftslage mit einem Indikator von +36,4 % noch positiv bewertet. Doch dieser Wert sinkt weiter. Gleichzeitig bleiben die Erwartungen für die kommenden Monate klar im negativen Bereich (–7,4 %), so das Ergebnis der Umfrage.

Besonders deutlich wird die Entwicklung beim Auftragsbestand: Mit durchschnittlich 11,5 Wochen liegt er rund vier Wochen unter dem Vorjahresniveau.

Auch bei den Umsätzen zeigt sich ein klarer Abwärtstrend: Nur noch etwa 14 % der Betriebe berichten von Zuwächsen. Im Gegensatz dazu berichtet rund ein Drittel von Umsatzrückgängen.

Sanierung: Nachlassende Investitionsimpulse

Das SHK-Handwerk lebt laut der Umfrage aktuell noch von seiner Substanz. Rund 44 % der Betriebe arbeiten zwar weiterhin an oder über der Kapazitätsgrenze, doch die Auslastung nimmt insgesamt ab.

Gleichzeitig stagniert die Beschäftigung, ein spürbarer Aufbau findet nicht mehr statt. Dass nur noch 48,8 % der Betriebe offene Stellen melden, sei dabei kein Entspannungssignal, sondern Ausdruck der nachlassenden Nachfrage, so der Verband.

Das SHK-Handwerk bleibt stark zudem vom Sanierungsgeschäft abhängig: Über 83 % des Umsatzes werden aktuell im Bestand erwirtschaftet. Da es jedoch genau hier zunehmend an Investitionsimpulsen fehle, gerate gerade auch dieser essentielle Pfeiler zunehmend unter Druck, mahnt der Verband.

Deutlicher Negativtrend

ZVSHK-Präsident Michael Hilpert bewertet die Lage deutlich kritisch: „Die Zahlen zeigen klar: Unser Handwerk verliert an Fahrt. Weniger Aufträge, rückläufige Umsätze und pessimistische Erwartungen sind keine Momentaufnahme mehr, sondern ein Trend. Unsere Betriebe halten das System aktuell noch am Laufen – aber auf Verschleiß.“

Die Hauptgründe für die schwierige Lage sieht Hilpert insbesondere in fehlender Verlässlichkeit der politischen Rahmenbedingungen, hoher Bürokratie und anhaltender Verunsicherung bei Investoren und privaten Haushalten. Ohne klare, einfache und langfristig stabile Regeln werde die Modernisierungsdynamik weiter nachlassen, mahnt der Präsident des ZVSHK.

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