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Strategiegipfel „#GoDigital2017“ von Wilo

Digitalisierung und Energieeffizienz standen am 23. und 24. November auf dem Strategiegipfel „#GoDigital2017“ in Berlin im Mittelpunkt, der von Wilo SE veranstaltet wurde.

Moderiert von Nachrichtensprecherin Judith Rakers stellten hochkarätige Referenten aus Wirtschaft und Forschung in insgesamt 13 Fachvorträgen und einer Podiumsdiskussion ihre Sicht auf die fortschreitende Digitalisierung dar. Gastgeber Oliver Hermes, Vorstandsvorsitzender von Wilo, begrüßte unter anderem Dr. Carsten Voigtländer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vaillant Group, Dr. Thomas Schlenker, Senior Vice President Global Engineering & Chief Digital Manager der Schüco International KG, Prof. Volker Gruhn, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der Adesso AG, Prof. Frank Piller von der RWTH Aachen, Prof. Manfred Spitzer, ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik Ulm, Alanus von Radecki, Leiter Urban Governance Innovation beim Fraunhofer IAO, und Carsten Cramer, Direktor Vertrieb, Marketing und Business Development des Fußballbundesligisten BVB. Einhellige Meinung auf der Veranstaltung war laut Wilo: Die digitale Transformation ist gleichermaßen eine Herausforderung und eine Chance.

Strategische Ausrichtung ist entscheidend

Die Digitalisierung hat branchenübergreifend zu Veränderungen geführt. Unternehmen müssen auf diese Veränderungen reagieren und sich speziell mit Blick auf die digitale Transformation strategisch neu aufstellen. „Die Ausrichtung von Digitalisierungsstrategien an Markterfordernissen und eine stringente Implementierung von konkreten Projekten werden in vielen Branchen darüber entscheiden, ob man im Wettbewerb weiterhin vorne sein wird“, sagte Hermes in seinem Eingangsvortrag. „Heute gefeierte digitale Produkte und auch digitale Produktionsprozesse in sogenannten Smart Factories werden schnell zum Standard und damit zu Hygienefaktoren. Vielmehr geht es darum, auf Basis neuer Technologien, neue vertriebliche Prozesse und digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln, um im digitalen Zeitalter näher an den Kunden heranzurücken.“ Große Wachstumschancen sieht Hermes zum Beispiel in vernetzen, städtischen Ballungszentren, den sogenannten Smart-Urban-Areas: „Dies sind die Zukunftsmärkte, in denen städtische Infrastrukturen und viele Lebensbereiche digital und intelligent miteinander verknüpft sein werden“. Heute schon lebt die Hälfte der Menschheit in urbanen Regionen, Tendenz rapide steigend. Als digitaler Pionier der Pumpenindustrie werde Wilo auch für diese Anforderungen ressourcenschonende, smarte Lösungen entwickeln, so Hermes.

Nachhaltige Stadtentwicklung

Einen ähnlichen Ansatz wie Hermes vertritt auch Alanus von Radecki. Seit über sieben Jahren forscht er am Fraunhofer IAO zum Thema Smart Cities. Im Rahmen dieser Arbeit entstand unter anderem das Innovationsnetzwerk Morgenstadt. „Ziel muss es sein, Energie- und Ressourcenverbrauch in urbanen Räumen zu senken und die Lebensqualität zu steigern“, sagte von Radecki.

Digitalisierung muss Nutzen schaffen

„Die digitale Transformation ist kein Selbstzweck und erst Recht kein Allheilmittel“, stellte Carsten Voigtländer, Vorsitzender der Vaillant-Geschäftsführung, klar. „Wer sich Gedanken um die Umsetzung der Digitalisierung macht, muss sich zuerst Gedanken um den Kundennutzen machen“, so Voigtländer. Thomas Schlenker von der Schüco KG sieht in seiner Branche noch viel Potenzial: „Die Bauindustrie ist in Sachen Reife in der Digitalisierung auf dem vorletzten Platz.“ Auch Schlenker stellte ein Beispiel vor, das den Kundennutzen in den Mittelpunkt stellt: Schüco visualisiert und erklärt die eigenen Produktvorteile mit Hilfe von Virtual Reality: „Das geht so weit, dass wir Fenster virtuell einbauen, öffnen und schließen können oder zum Beispiel einen Hubschrauber vorbeifliegen lassen, um die Lärmbelästigung erlebbar zu machen.“. Um die Visualisierung umzusetzen, unterhält Schüco in New York ein Team, in dem auch Spezialisten aus Trickfilmstudios arbeiten. Anschließend diskutierten Hermes, Voigtländer und Schlenker, wie Start-ups dabei helfen können, die Chancen der digitalen Transformation zu nutzen.

Innovationsmanagement statt F&E

Frank Piller beschäftigt sich an der RWTH Aachen mit den Voraussetzungen, die es braucht, um von der digitalen Transformation profitieren zu können: „Zur erfolgreichen Nutzung der Digitalisierung bedarf es einer neuen Form von Innovationsmanagement, das für die Organisation auch einen Kulturwandel bedeutet“, erklärte Piller.

Risiken und Nebenwirkungen der Digitalisierung

Der Psychologe Manfred Spitzer warnte in seinem Vortrag vor den Schattenseiten der Digitalisierung: „Sie bringt uns viel Nützliches, doch sollten wir die Risiken und Nebenwirkungen ernst nehmen.“ Datenbanken und Suchmaschinen beispielsweise bieten seiner Ansicht nach kein Wissen, sondern lediglich Informationen. „Damit wir uns darin zurechtfinden können, müssen wir vorher Wissen erwerben. Das können wir durch googeln aber nicht erreichen.“ Um googeln zu lernen, sei Wissens- und Kompetenzbildung der richtige Weg. Smartphones und Tablets seien dafür allerdings nur eingeschränkt hilfreich, für die Abendlektüre sogar vollkommen ungeeignet „Der Blauanteil in der Bildschirmbeleuchtung sorgt dafür, dass der Körper nicht zur Ruhe kommt und sich ihre innere Uhr verstellt“, so Spitzer. Die medizinischen Folgen seien „Müdigkeit, Kreislaufprobleme und nicht zuletzt Bluthochdruck“.

Relevante Inhalte für Authentizität

Den Abschluss des Strategiegipfels bildete ein Vortrag von Carsten Cramer vom Bundesligisten Borussia Dortmund: „Für unsere Fans steht das Erlebnis Fußball im Mittelpunkt, vor allem live im Stadion. Dieses einmalige Erlebnis versuchen wir durch relevante Inhalte auch auf digitalen Kanälen rüberzubringen.“

Regelmäßiger Austausch

Gastgeber Oliver Hermes zog ein positives Fazit der beiden Tage: „Wir hatten qualitativ hochwertige Referenten und haben in den vergangenen beiden Tagen zahlreiche Impulse bekommen“, so der Wilo-Chef. „Wir haben in den Fachvorträgen und Podiumsdiskussionen gesehen, welche großen Chancen sich durch die digitale Transformation ergeben.“ Hermes merkte aber auch an, dass es in der Industrie nach wie vor Unternehmen gibt, die in Sachen Digitalisierung Nachholbedarf haben. „Aus diesem Grund kann ich Ihnen eins versprechen: Der Strategiegipfel nach dem Vorbild von #GoDigital2017 wird als Austausch- und Informations-Summit wiederholt werden.“

www.wilo.de

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