VDMA-Studie: Handelsmarken ordnen Sanitärmarkt neu

Im Sanitärmarkt erreichen Handelsmarken Anteile von bis zu 27,5 Prozent. Der Verdrängungswettbewerb führt zu einer Neuordnung. Eine neue Studie von VDMA und Munich Strategy gibt Sanitärindustrie und Großhandel eine hilfreiche Einordnung. Auf Kooperation setzen oder eigene Marke gezielt differenzieren?

Deckblatt Studie Handelsmarken Sanitär
Die Autoren der Studie untersuchen, wie sich Handelsmarken im deutschen Sanitärmarkt entwickeln und welche strategischen Konsequenzen sich daraus für Hersteller ergeben. – © VDMA

In einem gesättigten Sanitärmarkt stoßen viele Handelsmarkenkonzepte an ihre Wachstumsgrenzen. Vor diesem Hintergrund zeichnet sich eine Neuordnung der Handelsmarkenlandschaft ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine exklusive Studie, die der Industrieverbund VDMA Sanitärtechnik und -design gemeinsam mit der Strategieberatung Munich Strategy vorgestellt hat. Sie schlussfolgert: Die strategische Positionierung zur Handelsmarke wird zu einem zentralen Erfolgstreiber für Sanitärindustrie und Großhandel.

Strategien im Umgang mit Sanitär-Handelsmarken

Mit der Marktstudie Handelsmarke möchte der VDMA Sanitärtechnik und -design eine fundierte Grundlage für den Umgang mit Handelsmarken schaffen. Die von Munich Strategy erstellte Studie analysiert die veränderten Marktmechanismen und die ökonomischen Wirkzusammenhänge im Sanitärmarkt. Darauf aufbauend zeigt sie, welche strategischen Optionen sich abhängig von Markenstärke, Portfolio und Marktsegment für Hersteller und Großhandel eröffnen.

Handelsmarken stehen vor Professionalisierung

Nach den Analysen der Studie erreichen Handelsmarken in der Sanitärbranche je nach Produktsegment derzeit Marktanteile von 7,5 bis 27,5 Prozent. Weitere Zuwächse werden gemäß der Prognosen jedoch nur noch marginal ausfallen. Gleichzeitig verschärft ein intensiver Preiskampf den Wettbewerb. Vor allem kleinere Anbieter stoßen dadurch an strukturelle Grenzen. Fehlende Skaleneffekte sowie begrenzte Marken und Entwicklungskompetenzen setzen ihre Konzepte unter Druck.

„In vielen Fällen reicht es nicht mehr aus, bestehende Handelsmarkenansätze einfach nur fortzuschreiben“, sagt Studienautor Dr. Constantin Greiner, Associate Partner bei Munich Strategy. „Der künftige Erfolg einer Handelsmarke erfordert die aktive Weiterentwicklung von Marke, Sortiment und Produkt. Die Sanitärbranche steht damit vor einer Professionalisierung, den andere Branchen bereits vollzogen haben.“

Unterschiedliche Chancen je Segment

Je nach Marktsegment bietet diese Professionalisierung unterschiedliches Potenzial für Industrie und Großhandel. Denn die Durchdringung von Handelsmarken variiert nach Produktbereich, Preissegment und Zielkundengruppe. Während sie bei Produkten vor der Wand hoch ist, bleibt sie bei Installationstechnik hinter der Wand deutlich niedriger. In vielen Segmenten stehen Industriemarken dabei im direkten Wettbewerb mit Handelsmarken.

Inhalte der Studie (Auszug)

  • Marktstruktur und Entwicklung der Handelsmarken im Sanitärmarkt
  • Marktanteile und Wettbewerbsdynamiken in zentralen Produktsegmenten
  • Wachstumsfelder und Volumenpotenziale im Kontext der Handelsmarken
  • Erfolgsfaktoren für Handelsmarken und Herstellermarken
  • Strategische Optionen zwischen Kooperation („Play“) und Differenzierung („Fight“)

Ein Auszug (PDF-Download) hier: „Marktstudie Handelsmarke Deutschland: Marktüberblick und Perspektiven

www.vdma.eu/ag-sanitaertechnik-design