
Der Heizungsmarkt wächst wieder, angetrieben von der Wärmepumpe. Doch Investitionshürden bremsen weiter. Auf der #Connectingheat 2026 – Deutsche Wärmekonferenz hat die Branche klare Forderungen an die Bundesregierung formuliert: verlässliche Förderung, einfachere Verfahren und gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Heizsysteme.
Zum Abschluss der #Connectingheat 2026 – Deutsche Wärmekonferenz am 15. Oktober 2026 fordern der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) und der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) die Bundesregierung auf, Investitionsbremsen im Wärmemarkt weiter konsequent abzubauen. Eigentümer sollen sichere Investitionsentscheidungen erhalten und Heizungsherstellern sowie SHK-Fachbetrieben eine verlässliche Perspektive für Produktion, Innovation und Beschäftigung.
Förderung langfristig sichern
und Investitionen ermöglichen
Wer seine Heizung modernisiert, trifft eine Investitionsentscheidung für die nächsten 15 bis 20 Jahre. Dafür brauche es verlässliche Rahmenbedingungen, die über Legislaturperioden hinweg Bestand haben, so die Branche. Die bestehende BEG-Förderung ist ein Erfolgsmodell. Die Heizungsindustrie appelliert daher an die Bundesregierung, die Heizungsförderung langfristig ausreichend zu finanzieren und verlässlich auszugestalten.
Die Vertreter der Branche warnen davor, Investitionsbereitschaft durch kurzfristige Änderungen erneut zu schwächen. Etwaige Anpassungen brauchen eine frühzeitige Kommunikation und praktikable Übergangsregelungen. Nach vier Jahren der intensiven und emotionalen Debatten um die gesetzlichen Rahmenbedingungen im Wärmemarkt will die Branche „Ins Machen kommen!“ und fordert Stabilität und Kontinuität über Wahlperioden hinweg.
Förderverfahren vereinfachen, Fachbetriebe entlasten
Die Heizungsbranche drängt darauf, die Förderung im Alltag leichter nutzbar zu machen. Sie fordert verständliche Anforderungen, weniger Nachweise und zügige Verfahren von der Antragstellung bis zur Auszahlung. Vertragsschluss, Förderantrag und Umsetzung müssten eindeutig aufeinander abgestimmt sein. Auch bei längeren Liefer- oder Montagezeiten brauchten Kunden und Betriebe Klarheit über die geltenden Förderbedingungen.
Stromkosten senken, Wärmepumpen attraktiver machen

Auch die Entwicklung der Energiekosten sei entscheidend für die Wirtschaftlichkeit moderner Heizsysteme. Der BDH begrüßt daher das Vorhaben von Bundeskanzler Friedrich Merz, die Stromsteuer für alle Bürgerinnen und Bürger auf das europäische Mindestniveau abzusenken. Dies würde den Betrieb von Wärmepumpen wirtschaftlich noch attraktiver machen. Zugleich würde die Bundesregierung damit eine langjährige Forderung des BDH erfüllen, die der Verband unter Verweis auf den Koalitionsvertrag wiederholt bekräftigt hat.
Wahlfreiheit und Investitionsschutz gewährleisten
Die Heizungswirtschaft spricht sich dafür aus, dass kommunale Wärmeplanung Investitionen ermöglicht und Unsicherheiten beseitigt. Eigentümer bräuchten belastbare Informationen zu Anschlusszeitpunkten, Kosten und Versorgung. Prüfgebiete und unklare Ausbauperspektiven dürften notwendige Heizungsmodernisierungen nicht auf unbestimmte Zeit blockieren. Wer gesetzeskonform in eine dezentrale Heizung investiere, brauche Rechtssicherheit und Bestandsschutz, betonen die Vertreter der Heizungswirtschaft.
Zudem wenden sich die Verbände gegen Anschluss- und Benutzungszwänge. Sie fordern, dezentrale klimafreundliche Heizungen auch in Fernwärmeversorgungsgebieten zu fördern. Vor der Förderung neuer oder erweiterter Wärmenetze müsse ein technologieoffener Vergleich der Gesamtkosten mit dezentralen Lösungen und vorhandenen Infrastrukturen stehen. Maßgeblich seien Wirtschaftlichkeit, Klimawirkung und Versorgungssicherheit.
Mit Blick auf die politischen Rahmenbedingungen verlangen die Vertreter der Heizungswirtschaft Wahlfreiheit, transparente Wärmepreise und faire Vertragsbedingungen. Mieterschutz und Investitionsanreize müssten so zusammenspielen, dass sie bezahlbares Wohnen und die Modernisierung des Gebäudebestands gleichermaßen unterstützten.
Erneuerbare Energieträger und Energieeffizienz gemeinsam voranbringen

Die Heizungsbranche fordert, Technologieoffenheit in konkrete, tragfähige Modernisierungsoptionen zu übersetzen. Für die Biotreppe sowie Grüngas- und Grünölquoten braucht es klare, aufeinander abgestimmte Regeln. Herkunftsnachweise, Anrechnung und Kontrollen müssen zuverlässig und mit vertretbarem Aufwand umsetzbar sein.
Zugleich setzt sich die Branche dafür ein, Hybridlösungen und Effizienzmaßnahmen angemessen zu berücksichtigen. Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung und der hydraulische Abgleich senken den Energieverbrauch und damit den Bedarf an erneuerbaren Energieträgern. Diese Einsparungen müssen in den gesetzlichen Vorgaben und Förderinstrumenten anerkannt werden.
Europäische Wertschöpfung und Beschäftigung sichern
BDH und ZVSHK unterstreichen, dass eine nachhaltige Wärmeversorgung auch eine industrie- und beschäftigungspolitische Aufgabe ist. Investitionen in moderne Heiztechnik stärken die gesamte Wertschöpfungskette – von Herstellern und Zulieferern über den Großhandel bis zum Fachhandwerk. Verlässliche Nachfrage schafft die Grundlage dafür, Standorte und Kapazitäten weiterzuentwickeln.
Die Branche fordert die Bundesregierung auf, sich für faire Wettbewerbsbedingungen und eine gemeinsame europäische Industriepolitik einzusetzen. Ziel müsse sein, eine Modernisierung der Wärmeversorgung zu ermöglichen, die Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland und Europa sichert.