Der deutschlandweite Wärmepumpen- und PV-Anbieter Thermondo plant, direkt mit Kommunen und Stadtwerken zusammenzuarbeiten, um die kommunale Wärmeplanung in Eigenheimen umzusetzen. Ein erstes Projekt mit der Stadt Leinfelden-Echterdingen startete im Mai.


Statt nur Einzelprojekte mit Wärmepumpe, PV, Speicher und Wallbox zu realisieren will Thermondo zukünftig auch Eigenheimgebiete zusammen mit Kommunen und Stadtwerken mit Energiewendetechnik ausstatten. Für diesen neuen Geschäftsbereich hat das Berliner Unternehmen in den letzten Monaten eine eigene Abteilung aufgebaut, strategische Partnerschaften gestartet und setzt bereits nach eigener Aussage erste Projekte um.
Erste Wärmepumpen-Bündelungsaktion
Als Beispiel nennt Thermondo die Wärmepumpen-Bündelungsaktion der Stadt Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart. Die Kommune initiierte die Kampagne, bei der sich mehrere Haushalte gleichzeitig für die Installation einer Wärmepumpe entscheiden. Vorteile für die Bürger sind geringere Einbaukosten durch Mengenrabatte und dass die Abwicklung des Heizungstauschs die Kommune übernimmt. Die Vorauswahl geprüfter Anbieter soll für hochwertige Produkte und fachgerechte Installation sorgen.
Projektpartner sind das Ingenieurbüro MVV Regioplan und das junges Tech-Unternehmen vreed, das eine KI-Plattform für die energetische Sanierung von Immobilien anbietet. Auf Basis von Satellitenbildern, 3D-Gebäudemodellen sowie amtlichen Katasterdaten hat vreed für jedes Wohngebäude in Leinenfelden-Ehterdingen ein digitales Gebäudemodell erstellt.
Auftrag Wärmepumpeneinbau ging an zwei Fachbetriebe
Im Auswahlprozesses mit über 20 beteiligten Installationsbetrieben, von denen sechs qualifizierte Bewerbungen eingereicht haben, hat die Stadt schließlich zwei Fachbetriebe ausgewählt. Beauftragt wurden mit der Durchführung der Bündelungsaktion Thermondo und der Heizungsbaubetrieb Walz Haustechnik. Der regionale Wärmepumpenspezialist bot ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und installiert mit seinen knapp 40 Mitarbeitern über 150 Wärmepumpen im Jahr.
Thermondo hat die Kommune ausgewählt, da dieser Anbieter ebenfalls mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugte und vor allem hohe Umsetzungskapazitäten bietet. Seit dem Einstieg in den Wärmepumpen-Markt im Jahr 2022 haben die Berliner 15.000 Wärmepumpen installiert. Mit einem digitalisierten Geschäftsmodell und einem umfassenden Serviceangebot verspricht das Unternehmen einen unkomplizierten Heizungswechsel. Auf Wunsch auch in Kombination mit einer PV-Anlage.
Kommunen: Thermondo in Aktion
Bei der Wärmepumpen-Bündelungsaktion werden über 160 interessierten Einwohnern derzeit Angebote unterbreitet. Eine zweistellige Anzahl von Hausbesitzen habe bereits eine Wärmepumpe bei Thermondo bestellt. Die Installationen im Stadtgebiet werden diesen Sommer stattfinden.
Dem aktuellen Projekt ging bereits 2025 eine Photovoltaik-Bündelungsaktion voraus, die Thermondos Tochterunternehmen Febesol für sich gewinnen konnte. Febesol hat in Leinfelden-Echterdingen knapp 100 Photovoltaik-Anlagen, Speicher und Wallboxen installiert und überzeugte dabei mit schneller Umsetzung und Ausführungsqualität. Weitere Kooperationsprojekte mit Kommunen in Baden-Württemberg und Bayern seien in Planung. Zudem ist Thermondo mit lokalen Stadtwerken im Gespräch.

Felix Plog, CEO von Thermondo:
„Die Wärmeplanung ist für Städte und Gemeinden nur das Fundament. Die eigentliche Herausforderung liegt in der Umsetzung. Genau hier setzen wir als strategischer Partner für dezentrale Lösungen an: Mit digitalen Tools, eingespielten Prozessen und festangestellten Teams bringen wir die Energiewende schnell und verlässlich ins Eigenheim. Dadurch entlasten wir kommunale Akteure und übernehmen Verantwortung dafür, dass Hausbesitzer mit der Wärmepumpe zukunftssicher und kostensparend heizen können.”
Vereinfachte Wärmeplanung: Potenzial für tausende Kommunen
Gerade im ländlichen Raum und in Vororten sei die Wärmepumpe in Zukunft die wirtschaftlichste Heizlösung der Zukunft, so Thermondo. Die rund 11.000 Kommunen in Deutschland bieten dementsprechend ein erhebliches Marktpotenzial für Installationsbetriebe. Laut dem Bundesamt für Bau-, Stadt- und Raumordnung (BBSR) hatten Ende 2025 erst 13 % der Kommunen ihre kommunale Wärmeplanung abgeschlossen, weitere 48 % haben damit begonnen. Vor allem in vielen kleineren Städten und Gemeinden steht die Planung noch aus.Si-Artikel zur BBSR-Analyse.
Als Hintergrund für das neue Geschäftsgebiet verweist Thermondo auf die vor wenigen Wochen beschlossene Novellierung des Wärmeplanungsgesetzes. Es sieht eine vereinfachte Wärmeplanung für Kommunen mit bis zu 15.000 Einwohnern vor. Nach Ansicht von Thermondo wird mangels Fernwärmepotenzial im Großteil dieser Kommunen die Wärmepumpe die erste Wahl sein.
Quellen: www.thermondo.de und www.leinfelden-echterdingen.de/Waermepumpen-Buendelungsaktion