Umfrage zur Wärmewende: Unsicherheit bremst Sanierungen

Eine Umfrage von co2online unter rund 4.000 Hauseigentümern zeigt eine große Zustimmung zur Wärmewende. Doch viele verschieben Investitionen in Wärmepumpen und energetische Sanierungen. Hauptgrund sind laut „Trendreport Wärmewende 2026“ mangelndes Vertrauen in die Bundesregierung.

Lachender Hausbesitzer vor Eigenheim mit PV-Anlage hält ein Handy in der Hand.
Der Trendreport Wärmewende 2026 zeigt: Akzeptanz hoch – aber Umsetzung stockt. Hauseigentümer brauchen mehr Beratung und stabile Förderkulisse. – © co2online/SICHTBARkreativStudios

Die Energie- und Wärmewende ist bei sanierungsinteressierten Hauseigentümern angekommen, so die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online. Doch der Weg von der Bereitschaft zur Umsetzung bleibe holprig. Das zeigt der Trendreport Wärmewende 2026, für den im März 2026 Abonnenten des co2online-Newsletters befragt wurden. Die Ergebnisse basieren auf den Antworten von rund 4.000 Hauseigentümern und spiegeln die Perspektive einer Gruppe wider, die sich besonders für Klimaschutz und Gebäudesanierung interessiert.

PV-Anlage und Wärmepumpen im Trend

93 % halten den Ausbau erneuerbarer Energien für wichtig, 86 % befürworten den Ersatz veralteter Heizsysteme. Fast die Hälfte der Befragten hat in den letzten zwölf Monaten Sanierungsmaßnahmen umgesetzt, weitere 15 % planen Investitionen. Besonders gefragt sind Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen. Doch obwohl sich fast alle Befragten bereits mit diesen Technologien beschäftigt haben, zögern viele bei der Umsetzung.

Warum die Umsetzung der Wärmewende stockt

Die größten Hemmnisse laut der Umfrage sind finanzielle Belastung, die Unsicherheit über politische Vorgaben und unklare Förderbedingungen. 42 % der Hauseigentümer, die zuletzt nicht saniert haben, glauben, ihr Gebäude sei bereits „fertig“ saniert, obwohl oft noch Sanierungspotenzial besteht. 28 % nennen Kosten als Hauptgrund für ihre Zurückhaltung. Der Vergleich zur Vorjahresumfrage zeige, dass dieser Faktor an Bedeutung verliert. „Das kann ein Hinweis darauf sein, dass viele Hauseigentümer Investitionen trotz hoher Kosten als sinnvoll einschätzen“, sagt Nadine Walikewitz, Research-Leiterin bei co2online.

Besonders problematisch sei die wahrgenommene Unsicherheit. 62 % fühlen sich durch wechselnde politische Rahmenbedingungen verunsichert. „Wo Regeln als wechselhaft erlebt werden, wird aus ‚Ich plane‘ schnell ‚Ich warte‘“, so Walikewitz.

Vertrauen in Handwerker groß – in Politik weniger

Die Umfrage offenbart eine deutliche Vertrauenslücke. Unabhängige Institutionen wie wissenschaftliche Institute, Verbraucherzentralen und Energieberater sind hoch angesehen, während nur 24 % der Bundesregierung bei der Wärmewende-Beratung vertrauen. Handwerksbetriebe genießen hohes Vertrauen, aber mit Unterschieden. Bei der Umsetzung vertrauen ihnen 85 % der Befragten, bei der Beratung sind es nur 70 %. Bei der Beratung bräuchten Handwerksbetriebe noch mehr Unterstützung, meint Walikewitz.

Digitale Beratung von co2online

Damit aus Zustimmung zur Wärmewende häufiger konkrete Umsetzung wird, brauchen Hauseigentümer vor allem Orientierung, planbare Abläufe und verlässliche Anlaufstellen. co2online will dabei mit unabhängigen Informationen und digitalen Beratungstools unterstützen. Beispiele sind der ModernisierungsCheck (www.co2online.de/modernisierungscheck) und die praxisorientierte gibt Online-Community VierWende (www.vierwende.de) mit Erfahrungsberichten, Online-Seminaren und Gruppen-Energieberatungen. Auch der Trendreport Wärmewende 2026 (PDF) von co2online steht zum Download bereit.

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