Energie- und Rohstoffpreise bremsen Haustechnik-Branche

Die Marktdaten der Haus- und Gebäudetechnik zeigen: Nach rückläufigen Umsätzen in den Vorjahren wird für 2026 ein nominales Umsatzwachstum prognostiziert. Preissteigerungen bei Energie, Rohstoffen und Materialien zehren das Plus jedoch weitgehend auf – real erwartet die Branche Stagnation.

Grafik Schnittbild MFH mit Bädern, Wärmepumpen-Heizung, PV-Anlage, HLK-Geräten
Solarmodule, Wärmepumpe und HLK-System stehen für umweltfreundliche Haus- und Gebäudetechnik, einem zentralen Wirtschaftsbereich der deutschen Bauwirtschaft. Die Branche steht 2026 weiterhin unter erheblichem Marktdruck. – © Bery/stock.adobe.com
Grafik mit Kurve Umsatz Sanitär 2023-2026
Aktuelle Prognose, Stand Juni 2026. Quelle: B+L im Auftrag von BDH, DGH, ISH, TGA, VDMA, VDS, VdZ und ZVSHK. – © VdZ
Grafik mit Kurve Umsatz Heizung und Lüftung/Klima 2026 2023-2026
Aktuelle Prognose, Stand Juni 2026. Quelle: B+L im Auftrag von BDH, DGH, ISH, TGA, VDMA, VDS, VdZ und ZVSHK. – © VdZ

Industrie, Großhandel und SHK-Handwerk haben mit der B+L Marktdaten GmbH eine Marktprognose für das Jahr 2026 erstellt. Die Auswertung ergibt einen Anstieg der Gesamtumsätze aus Inland und Export um 2,5 % auf 77,39 Mrd. Euro. Die Inlandsumsätze im Wirtschaftsbereich Haus- und Gebäudetechnik dürften um 2,1 % auf 63,9 Mrd. Euro steigen.

Nichtwohnneubau bleibt Schwachstelle,
Chancen im Bestand

Die Haus- und Gebäudetechnik bleibt unter Druck: Die schwache Entwicklung beim Neubau von Nichtwohngebäuden, die erneute Zurückhaltung bei Badsanierungen im ersten Halbjahr 2026 sowie hohe Kosten belasten die Branche. Positive Impulse kommen dagegen aus dem Wohnungsneubau, aus Investitionen in den Gebäudebestand. sowie aus einer steigenden Nachfrage nach Heizungssanierungen infolge höherer Energiepreise.

Private Badsanierungen sind entscheidend

Der Bereich Sanitär lief 2025 eine überdurchschnittlich gut. Vor allem private Badsanierungen legten nach den schwächeren Vorjahren wieder zu. Zu Beginn des Jahres 2026 seien aber Eigenheimbesitzer erneut zurückhaltend mit Investitionen in ein neues Bad.

Die zunehmende Zahl von Baugenehmigungen im Wohnungsbau dürfte je nach Projektgröße den Sanitärmarkt erst zeitverzögert erreichen — voraussichtlich Ende 2026 oder Anfang 2027. Damit bleibt der Sanitärmarkt kurzfristig von der Investitionsbereitschaft privater Haushalte und der weiteren Entwicklung im Wohnungsbau abhängig.

Gefragt: Wärmepumpen und Holzheizungen

Für Heizung, Lüftung, Klima und Gebäudeautomation erwarten die Herausgeber der Branchendaten für 2026 eine Marktbelebung. Eine leichte Erholung im Wohnungsneubau sowie eine steigende Sanierungshäufigkeit begünstigen den Absatz von Heizungsanlagen.

Insbesondere Wärmepumpen und Biomasse-Heizungen entwickelten sich bereits im Jahr 2025 positiv im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch für 2026 rechnen die Verbände in diesen Segmenten mit einer steigenden Nachfrage. Damit bleibt die Modernisierung der Wärmeversorgung ein wesentlicher Treiber für die technische Gebäudeausrüstung.

Mehr Beschäftigte, etwas weniger Unternehmen

Die Haus- und Gebäudetechnik bleibt ein bedeutender Arbeitgeber: 2025 waren laut Branchendaten rund 563.700 Menschen in Industrie, Großhandel und Installationsgewerbe beschäftigt. Für 2026 wird ein leichter Anstieg um 2.000 Beschäftigte erwartet. Mit rund 53.800 Auszubildenden leistet die SHK-Branche zudem einen wichtigen Beitrag zur Nachwuchsförderung und Fachkräftesicherung.

Die Zahl der Unternehmen soll dagegen leicht zurückgehen. Nach 48.700 Unternehmen im Jahr 2025 werden für 2026 noch rund 48.600 erwartet. Das entspricht einem Rückgang von 0,2 %. Der Großteil der Unternehmen entfällt dabei auf den Bereich der installierenden Betriebe. Industrie und Großhandel liegen zusammen bei rund 860 Unternehmen.

Politische Rahmenbedingungen bleiben Unsicherheitsfaktor für SHK-Branche

„Die Branche steht vor der Herausforderung, sich an veränderte Marktbedingungen anzupassen“, erklärt Jens J. Wischmann, Geschäftsführer der VdZ und der VDS. Neben Energie- und Rohstoffpreisen sowie der schwachen Neubaukonjunktur verweist er auf Chancen im Gebäudebestand, bei Heizungssanierungen und bei der Modernisierung der technischen Gebäudeinfrastruktur.

Wie stark die Nachfrage tatsächlich anzieht, hängt aus Sicht der Verbände auch von den politischen Rahmenbedingungen und Förderkonditionen ab. Diese seien für viele Investitionsentscheidungen von Eigentümern und Unternehmen weiterhin ein wichtiger Faktor.

Branchendaten und weitere Grafiken unter www.vdzev.de/branche/branchendaten