Der Pfiffikus hat vor kurzem einen älteren Herrn aus dem badischen Staufen ins Herz geschlossen. Denn Wolfgang Buchmann, 78 Jahre jung, hat etwas gebastelt, das dem Pfiffikus ein anerkennendes Nicken abringt: einen Hut mit eingebautem Ventilator.

Angetrieben von einem kleinen Solarpanel auf der Krempe sorgt der Hut für Abkühlung auch bei hohen Temperaturen. Sonne rein, Wind raus – und der Kopf bleibt kühl. So einfach, so genial, findet der Pfiffikus.
Die Krempe als Kraftwerksfläche
Zwei Jahre lang, so berichtet der Pfiffikus mit Hochachtung, hat der Tüftler aus dem Markgräflerland an seinem Modell gefeilt. Zwei Jahre! Das ist ungefähr die Zeitspanne, in der andere in der Branche noch über die Genehmigungsdauer für ein Balkonkraftwerk grübeln.
Buchmann hingegen hat einfach gemacht.
Er hat Photovoltaik, Elektrotechnik und ein bisschen Lüftungshandwerk in eine Kopfbedeckung gepackt und damit exakt das gebaut, was der geplagte Mitteleuropäer bei 35 °C im Schatten braucht: eine dezentrale, autarke, emissionsfreie Kühlung direkt am Ort des Geschehens – nämlich auf dem Oberstübchen.
Der Pfiffikus ist ehrlich begeistert von der Systemlogik. Da wird die Energiequelle, die uns bei sommerlicher Hitze das Leben schwer macht, kurzerhand zum Antrieb der Gegenmaßnahme umfunktioniert.
Kein Netzanschluss, keine Steckdose, keine Batterie mit fragwürdiger Ökobilanz, kein Wartungsvertrag mit einem Fachbetrieb, der erst in acht Wochen einen Termin frei hat. Nur Sonne, ein Panel, ein Motörchen, ein Rotorblatt. Der SHK-Puristen-Traum in Reinform, sozusagen die Klimaanlage im Miniformat für die Person, nicht für den Raum.
Praxistest bei 35 °C
Getestet hat der Erfinder sein Werk in den vergangenen Wochen bei eben jenen sommerlichen 35 °C, die aus Baden- Württemberg zeitweise ein Freiluft-Backhaus machten. Und siehe da: Der Hut hielt, was er versprach.
Buchmann selbst zeigt sich vom Effekt angetan, und der Pfiffikus glaubt ihm das aufs Wort. Wer schon einmal versucht hat, bei Bauleitung auf einem sonnenbeschienenen Dach einen klaren Gedanken zu fassen, weiß, was ein leiser Luftzug am Scheitel wert sein kann. Natürlich, so räumt der Pfiffikus schmunzelnd ein, wird der solarbetriebene Kopflüfter die großen Klimageräte-Hersteller nicht in Panik versetzen. Und der Zentralverband wird auch keine neue Handwerksordnung für Hutlüftungsbauer erlassen.
Aber die Geschichte aus Staufen ist doch ein hübsches Lehrstück: Sie zeigt, wie unaufgeregt und pragmatisch das Zusammenspiel von Solarstrom, Elektrik und Lüftung funktionieren kann, wenn sich jemand einfach hinsetzt und macht. Kein Förderantrag, keine Normenschlacht, keine Debatte über Vorrangschaltung. Nur ein 78-Jähriger, eine Idee und eine Werkbank. Der Pfiffikus zieht jedenfalls den Hut vor so viel Erfindergeist. Am liebsten einen mit Ventilator.
Ihr
Pfiffikus