Beim DEPI-Branchentag am 24. September in Würzburg diskutierten rund 60 Teilnehmer über die schwierige Marktlage. DEPV-Vorsitzender Helmut Schellinger sieht die Ursachen nicht nur im schwachen Heizungsmarkt, sondern auch in Vorurteilen gegenüber der Holzwärme. Pellets seien wichtig für Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung.


Der Vorsitzende des Deutschen Energie- und Pelletverbandes (DEPV) Helmut Schellinger sieht die Gründe für den hinter den Erwartung bleibenden Absatz von Pelletsheizungen nicht nur beim „schwachen Heizungsmarkt“, sondern auch bei öffentlichen Akteuren, die Vorurteile schürten. Er verweist auf die attraktive Förderung beim Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) und bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).
„Damit die Vorzüge von Pelletsheizungen Handwerk und Verbraucher wieder stärker vermittelt werden können, ist eine gemeinsame Anstrengung der gesamten Branche erforderlich. Nur so können wir die Marktsituation mittelfristig wieder verbessern“, so Schellinger.
Ruf nach besserer Zusammenarbeit der Branche
Es gäbe auch Gegenwind aus der eigenen Branche. Einige Pelletshersteller würden sich derzeit kontraproduktiv verhalten. Schellinger erwähnt explizit die Initiative einiger großer Pelletsproduzenten, die mit einem eigenen Qualitätssystem (Climate Premium Pellets) den Markt und Interessenten verunsichern würden.
„Heizen mit Pellets funktioniert und kann in Deutschland, dem größten Pelletsproduzenten Europas, rundherum mit gutem Gewissen betrieben werden.“ Schellinger rief die Branche auf, zusammen der kritischen Marktsituation zu trotzen. Dazu würden auch gezielte Kommunikationsmaßnahmen gehören, welche die DEPV-Fachgruppe Marketing auf dem Branchentag diskutierte.
Bayern ist Pelletsland Nr. 1
Das Vorbild des Freistaats Bayern als Land mit der höchsten Dichte an Pelletsheizungen beleuchteten Ludwig Friedl, Geschäftsführer der Energieagentur Regensburg und Vorsitzender der Bayerischen Energieagenturen, sowie Dr. Wolfgang Schwarz, Hauptgeschäftsführer beim bayerischen SHK-Fachverband. Beide waren sich einig, dass mittlerweile erheblicher Aufwand vonnöten sei, um Handwerk und öffentliche Hand das komplexe System des Heizens mit Pellets zu vermitteln – auch im holzenergiefreundlichen Bayern.
Schwarz betont: „Das SHK-Handwerk in Bayern ist in großen Teilen weiter vom Energieträger Holz, speziell auch von Pellets überzeugt. Das zeigt u.a. die Inbetriebnahme der 250.000sten bayerischen Pelletsheizung im letzten Jahr durch Staatsminister Aiwanger. „Unsere Heizungsbauer verfügen über die notwendigen Spezialkenntnisse, wie dem Zusammenspiel von Lager und Heizung für die Pelletqualität. Das ist die unerlässliche Voraussetzung für eine kompetente Beratung und einen optimalen Heizungsbetrieb.“
Pelletsheizungen alternativ zu Wärmenetzen
Dazu gehöre auch die Auseinandersetzung mit der Kommunalen Wärmeplanung. Hier sieht Friedl keinen Grund, Wärmenetze und Einzelheizungen als Konkurrenz anzusehen. Beide hätten das Ziel, Öl- und Gasheizungen zu ersetzen. „Auch werden neue Wärmenetze viel seltener umgesetzt als angenommen, so dass die Pelletheizung auch weiterhin zur erneuerbaren Wärmewende im Freistaat benötigt wird“, so Friedl weiter.
Im Blick: Schärfere Fördervorgaben wegen Luftreinhaltung in 2027
Wie wichtig eine fachkundige Interessenvertretung für die Pelletsbranche sei, zeigen laut DEPV die maßgeblichen Neuerungen bei GModG und BEG. Dennoch gäbe es noch einige offene Punkte. Querschüssen begegne der Verband sachlich und fundiert. Das sei vor allem eine für nächstes Jahr geplante Verschärfung der Emissionsvorgaben für die Förderung von Pelletsheizungen.
Dass Pelletheizungen die Lösung bei der Luftreinhaltung und nicht das Problem sind, zeigt Dr. Volker Lenz vom Biomasseforschungszentrum Leipzig anhand aktueller Daten. Zusammenfassend betont Lenz: „Hybride Systeme aus Wärmepumpe und Pelletofen mit Wassertasche oder Pelletkessel bieten eine hohe Zukunftssicherheit im Hinblick auf Gesamteffizienz, Komfort und Resilienz.“
Dass Pelletsheizungen die Lösung bei der Luftreinhaltung und nicht das Problem sind, zeigt Referent Dr. Volker Lenz vom Biomasseforschungszentrum Leipzig (DBFZ) anhand aktueller Daten. Zusammenfassend betont Lenz auf dem Branchentag: „Hybride Systeme aus Wärmepumpe und Pelletofen mit Wassertasche oder Pelletskessel bieten eine hohe Zukunftssicherheit im Hinblick auf Gesamteffizienz, Komfort und Resilienz.“