Fachkräfte gewinnen: What about coming to Germany?

Die Innung SHK Berlin hat Ägypten besucht, um sich mit dem Thema sichere, faire und gesteuerte Arbeitsmigration zu befassen. Auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) war Geschäftsführer Andreas Koch-Martin mit Innungsmitarbeiter Huzayfa Dabbas und zwei Vertretern der Berliner KFZ-Innung vor Ort.

Fachkräfte aus Ägypten:  Austausch mit Egyptian-German Center for Jobs, Migration and Reintegration.  Huzayfa Dabbas (2. v. l.), Andreas Koch-Martin (5. v. l.).
Fachkräfte aus Ägypten: Austausch mit Egyptian-German Center for Jobs, Migration and Reintegration. Huzayfa Dabbas (2. v. l.), Andreas Koch-Martin (5. v. l.). – © Innung SHK Berlin

Der Besuch war eine Gegeneinladung, nachdem ägyptische und marokkanische Delegationen bereits im Herbst des letzten Jahres die Innung in Berlin besucht hatten. Man wollte seinerzeit das duale Ausbildungssystem, das Konzept des Kompetenzzentrums bei der Etablierung klimatechnischer Berufe und Maßnahmen zur Fachkräftesicherung kennenlernen.

Perspektiven einer Kooperation

In Kairo fanden Gespräche mit dem ägyptischen Bildungsministerium statt und ägyptischen, deutschen und amerikanischen Herstellern von Klimatechnik. Aber auch kleinere Betriebe des Reparaturhandwerks, Industrieverbände, die dortige Industrie – und Handelskammer standen auf der Agenda. Zudem das ägyptische Zentrum für Jobs und Migration sowie Schulen, die das duale Ausbildungssystem bereits etabliert haben. Daneben wurden Berufsschulen mit Ausbildungswerkstätten besucht, die so ein gutes Bild des Systems und der Strukturen der Technical Education vermittelten.

Gegenstand der Gespräche und Präsentationen war es, die jeweiligen Ausbildungssysteme, Bildungsketten und Lehrplan-Inhalte zu verstehen. Damit wurden Perspektiven einer Kooperation in den Bereichen Bildung, Ausbildung und Weiterbildung erörtert.

Duales Studium in Ägypten

„Hintergrund ist, dass in Ägypten gerade versucht wird, das Modell der dualen Ausbildung bzw. Teile davon in die Berufsausbildung Ägyptens zu implementieren“, weiß Koch-Martin zu berichten. Noch wichtiger ist den Partnern in Ägypten allerdings, die Migration von ägyptischen Jugendlichen nach Deutschland zu befördern („Regular and orderly labour migration“). Ermöglicht werden kann dies auf Grundlage des Programms THAMM („Towards a Hollistic Approach to Labour Migration Governance and Labour Mobility in North Africa“), das hilft, freie Stellen in Deutschland mit qualifizierten Fachkräften aus Nordafrika zu besetzen. Vor allem in Ägypten fehlt es an beruflichen Perspektiven von bestens ausgebildeten jungen Technikern und Technikerinnen, die keinen Beschäftigungsmarkt in den Heimtländern vorfinden.

Fachkräfte für deutsche Betriebe

Das GIZ und die ägyptischen Partnerinnen und Partner zeigen großes Interesse an der Fortsetzung des mit diesem Austausch gestarteten Dialogs. „Es bleibt abzuwarten, wie konkret Innung und Entwicklungshilfeprogramme sich aufeinander abstimmen können. Wir jedenfalls halten diese Form der fairen und damit nachhaltigen Rekrutierung im Ausland für einen innovativen Baustein der Fachkräftegewinnung und möchten das gerne unseren Betrieben anbieten können“, resümiert Koch-Martin.

www.shk-berlin.de