Kosten für Gasheizungen könnten sich bis 2040 verdoppeln

Zwar erleichtert das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMoDG) den Einbau neuer Gasheizungen. Langfristig steigen die Kostenrisiken dafür jedoch deutlich – vor allem durch die Pflicht zur Beimischung sogenannter „grüner Gase“. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Handwerker und Kundin an einem Gasbrennwertgerät
Kunden, die jetzt eine Gasheizung betreiben oder neu einbauen wollen, benötigen dank des neuen GModG mehr Beratung. Die Studie des unabhängigen Institus der deutschen Wirtschaft zeigt die Kostenfalle Gasheizung für Eigentümer und auch Vermieter auf. Sie liefert wissenschaftliche Argumente für das Kundengespräch. – © BDH

Das im Juli beschlossene GModG erlaubt wieder den Einbau von Gasheizungen. Bedingung: Sie müssen schrittweise mehr klimafreundliche Gase wie Biogas nutzen. Für Vermieter wirkt das zunächst wie eine Entlastung, weil Gasheizungen in der Anschaffung meist günstiger sind als Wärmepumpen. Langfristig wird diese Entscheidung aber deutlich teurer, wie Modellrechnungen des Wirtschaftsforschungsinstitut IW aus Köln zeigen.

Grüngasquote im GmodG verursacht über
70 Prozent der Mehrkosten

Welche Kosten bei neu eingebauten Gasheizungen entstehen, hat das IW u. a. für eine typische teilsanierte Altbauwohnung in einem Mehrfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 10.000 kWh in mehreren Szenarien berechnet. Das Ergebnis ist sogar für das Durchschnittsszenario alarmierend: Die jährlichen Kosten verdoppeln sich nahezu – von rund 1.080 Euro im Jahr 2026 auf 1.952 Euro im Jahr 2040. Mit einem Anteil von über 70 % entfällt der größte Teil des Kostenanstiegs auf die verpflichtende Beimischung klimafreundlicher Gase.

Diese drei Faktoren treiben die Kosten

Beimischung klimafreundlicher Gase: Neue fossile Heizungen müssen laut der „Biotreppe“ (GModG) schrittweise höhere Anteile klimafreundlicher Brennstoffe nutzen. Der Anteil an Biomethan und anderen klimafreundlichen Gasen startet 2029 bei 10 % und wächst bis 2040 auf 60 %. Weil Biomethan und Wasserstoff auf absehbare Zeit eine knappe Ressource bleiben, steigen die Preise: 2040 müssen Gasheizungsbesitzer mit Mehrkosten von 643 Euro im Jahr rechnen.

Gasnetzentgelte: Neben dem Gaspreis fallen Gebühren für das Gasnetz an. Weil künftig immer mehr Haushalte auf Wärmepumpen und Fernwärme umsteigen, verteilen sich die Fixkosten auf weniger Anschlussnutzer – die Gebühren pro Anschluss steigen. Laut Studie betragen die Zusatzkosten im Jahr 2040 184 Euro jährlich.

CO2-Preise: Wer mit Gas heizt, verursacht CO2 und zahlt dafür einen steigenden CO2-Preis. Dieser Effekt schlägt mit 44 Euro zu Buche und ist relativ klein im Vergleich zu den anderen Faktoren, da durch die Biotreppe die Anteile von fossilem Erdgas sinken müssen.

Unterschätze Folgekosten von Gasheizungen

Die Vorgabe, dass neu eingebaute Heizungen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, ist Geschichte und eröffnet Eigentümern wieder mehr Spielraum beim Heizungstausch. Diese neue Freiheit hat jedoch ihren Preis. Die Folgekosten fossiler Heizungen steigen und werden künftig zwischen Vermietern und Mietern deutlich komplexer verteilt. „Die Politik verkauft das neue Heizungsgesetz als Freiheit im Heizungskeller – ohne Mehrkosten. Das ist irreführend“, sagt Dr. Ralph Henger, IW-Experte für Wohnungspolitik und Immobilienökonomik. „Wer sich für eine neue Gasheizung entscheidet, zahlt am Ende drauf – Vermieter wie Mieter“, so Henger.

In der Studie sind Berechnungen für Mehrfamilienhäuser und Eigenheime enthalten. Sie beziehen sich sowohl auf Einfamilienhausbesitzer als auch auf Vermieter von Wohnungen. Hier zur IW-Studie: „Wie hoch sind die Mehrkostenrisiken durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG )?

www.iwkoeln.de