Die Pelletsbranche verbucht 2025 ein leichtes Absatzplus bei Kesseln und Öfen von 14 Prozent. Doch für eine echte Trendwende im erneuerbaren Wärmemarkt reicht das nicht. Die Branche bleibt angesichts der Diskussion zum neuen GMG skeptisch und rechnet für 2026 nur mit niedrigem Zubau.


Aus Sicht des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) war der erneuerbare Heizungsmarkt auch 2025 von politischer Unsicherheit und einem Abwarten der Heizungskunden geprägt. Nach zwei Jahren mit deutlichen Absatzeinbrüchen zeichnete sich 2025 aber eine Trendumkehr beim Absatz von Pelletsheizungen ab. Mit 35.000 Kaminöfen und Kesselheizungen verbucht die Branche ein leichtes Absatzplus von 14 Prozent. Die für die Klimaziele notwendigen Austauschraten erreicht der Wärmemarkt immer noch nicht, so der DEPV
Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) sei kein deutlicher Impulsgeber für den erneuerbaren Heizungsmarkt. Daher rechnet der Branchenverband für 2026 weiterhin nur mit einem niedrigen Zubau.
Verunsicherung durch fehlende politische Klarheit
„Statt der von der Bundesregierung erwarteten schnellen, klaren Entscheidungen dümpelte die Debatte um das Erneuerbaren-Ziel beim Heizungstausch zu lange vor sich hin“, kritisiert DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele. „Die Branche hat auf eine für die Klimaziele notwendige Trendumkehr beim Kesseltausch gehofft und wurde von der Regierung erneut enttäuscht. Bereits getätigte Investitionen in Produktion, Mitarbeiter und beim Handwerk liegen weiterhin brach und mussten teilweise sogar schon wieder abgebaut werden.“
Lichtblick GMG: Förderung soll weitergehen
Positiv sieht Bentele, dass die Regierung die BEG (Bundesförderung energieeffiziente Gebäude) bis mindestens 2029 absichern will. Wichtig sei nun, dass sie die Fördersystematik und das Förderniveau beibehält. Dabei seien praxistaugliche Übergangslösungen sowie Vereinfachungen statt neuer komplizierter Detailregelungen notwendig. „Wenn die Klimaziele für Gebäude erreicht werden sollen, müssen alle erneuerbaren Wärmelösungen mit ihren jeweiligen Stärken sinnvoll eingesetzt werden “, betont der DEPV-Geschäftsführer. Und weiter in Bezug auf das 65-Prozent-Erneuerbare-Gebot: „Für den Einsatz von Erneuerbaren braucht es weiterhin Ordnungsrecht“.
Pelletsheizungen-Prognose 2026
Für 2026 rechnet die Branche mit einem ähnlichen Anlagenverkauf wie im Vorjahr. 13.000 luftgeführte Pelletskaminöfen, 23.250 Pelletskessel bis 50 kW sowie wasserführende Pelletskaminöfen. Erwartet werden 750 größere Pelletsfeuerungen und KWK-Anlagen. Damit wären bundesweit bis Jahresende rund 777.500 Pelletsanlagen in Betrieb.
„Fast jede zweite Ölheizung in Deutschland ist älter als 30 Jahre. Dass die Austauschpflicht von 30 Jahre alten Heizungen abgeschafft werden soll, sehen wir daher mit Sorge. Unsere kompetenten Pelletfachbetriebe stehen beim Heizungstausch in den Startlöchern“, betont Verbandsgeschäftsführer Bentele. Hier sind die Betriebe gelistet: www.pelletfachbetrieb.de.Auch dank ihnen spart das Heizen mit Pellets jedes Jahr mittlerweile rund 4,6 Mio. t CO2-Äquivalente ein, genauso viel wie die jährlichen Emissionen von etwa 2 Mio. durchschnittlicher Pkw. Die rund 17 TWh Wärme aus Pellets entsprechen 9 % am Erneuerbaren und knapp 1,7 % am gesamten Wärmeverbrauch 2024.

Pelletsanlagen als Baustein der sozialen Wärmewende
Oft werde laut DEPV vergessen, dass eine neue Heizung nicht nur dem Klima hilft, sondern auch Komfort und über die Lebensdauer Kostenvorteile für den Betreiber bringt. Mit den momentan noch geltenden Fördersätzen von bis zu 70 % für einen neuen Pelletskessel oder einen wasserführenden Pelletsofen hilft der Staat, in die eigene Immobilie zu investieren.
Holzenergie ist nicht vom CO2-Preis betroffen. Daher sei mit einem günstigeren Pelletspreis gegenüber Heizöl und Gas – aber auch Strom – zu rechnen. Im zurückliegenden harten Winter waren Pelletsheizungen zusammen mit Erdwärme die günstigste Heizoption. Das hat die unabhängige Beratung co2online berechnet. Mit durchschnittlich 343 Euro/t waren Pellets 34 % günstiger als während der Energiekrise 2022.
Versorgungssicherheit mit Holzpellets
Stetiges Wachstum verzeichnet die deutsche Pelletsproduktion. Mit über 4 Mio. t ein Spitzenplatz in Europa. Durch die mindestens bis Mitte des Jahres andauernden Unsicherheiten am Kesselmarkt laut DEPV zeichnet sich hier für das aktuelle Jahr keine Steigerung ab. Bentele lobt in diesem Zusammenhang den ENplus-zertifizierten Pelletshandel, der ca. 80 % der in Deutschland verkauften Holzpellets unter den strengen Vorgaben des Siegels und mit fachlicher Sorgfalt zum Endverbraucher liefert.