Umfrageergebnis: Materialbeschaffung kostet zu viel Zeit

Eine Erhebung von OneQrew zeigt, dass die Materialbeschaffung Handwerksbetrieben viel Zeit kostet und einen erheblichen Aufwand für die Betriebe bedeutet. 2022 waren drei Viertel der deutschen Betriebe von Materialknappheit betroffen. Aufgrund dieser Situation wird viel Zeit für die diversen Bestellmöglichkeiten aufgewendet – durchschnittlich 6,7 Wochenstunden.

Dominik Hartmann, CEO von OneQrew. – © OneQrew

Insbesondere in Zeiten der Materialknappheit stellen die Suche nach Alternativartikel und die Überwachung der Liefertermine die größten Zeitfresser dar. Das ist das Ergebnis einer Erhebung der Unternehmensgruppe OneQrew, die aus Taifun, M-Soft, PraKom, extragroup und weiteren Software-Spezialisten hervorgegangen ist. Die Materialknappheit im deutschen Handwerk ist jedoch kein unlösbares Problem: 56 % der Betriebe konnten die Versorgungsprobleme lösen und 23 % waren gar nicht betroffen.

Allerdings kostet die Knappheit am Markt Handwerker mehr Zeit. 42 % der Befragten berichten, dass es zeitraubend und aufwendig ist, Liefertermine aller Lieferanten im Blick zu behalten. 41 % sagen, die Recherche nach lieferbaren Artikeln koste immer mehr Zeit. Als Gegenmaßnahme bestellen Betroffene vorsorglich mehr Material (43 %) oder platzieren Ordern bei mehreren Händlern gleichzeitig (36 %).

Bestellvorgänge kosten Zeit

Preise abrufen und vergleichen ist mit einem Anteil von 39 % der größte „Zeitfresser“ bei der Materialbeschaffung. Weitere Aspekte sind die Überwachung von Lieferterminen, mit einem Zeitanteil von 18 % und die Suche nach Alternativartikeln 16 %.

Auch unter den für diese Auswertung befragten Betrieben, die als OneQrew-Kunden über moderne Software verfügen, dominieren bei den Bestellverfahren E-Mail und Online Shops von Händlern, je 31 % tätigen den Großteil ihrer Bestellungen über diese Kanäle. Nur noch 18 % nutzen hauptsächlich das Telefon für ihre Bestellungen. Mehrheitlich direkt aus Branchensoftware bestellen hingegen nur 10 % der befragten Betriebe. Die Lösungen scheinen ihr Potenzial auf diesem Gebiet noch nicht voll auszuschöpfen. Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Was aber feststeht: Einheitliche Schnittstellen und Standards für effiziente Datenübermittlung fehlen oft noch. Die Branchensoftware kann sich dann nicht direkt mit der Software von Händlern verbinden.

Ergebnisse aus dem Preisatlas Handwerk. – © OneQrew

Allerdings zeigen sich auch Unterschiede nach Gewerk: Während bereits über 20 % der Elektriker den Großteil ihrer Waren über ihre Branchensoftware bestellen, dominiert beispielsweise im Metallbau mit etwa 80 % immer noch E-Mail klar als häufigster Bestellkanal. Auch die Mehrheit der Dachdecker (61 %) tätigt einen Großteil ihrer Bestellungen via E-Mail.

Betrachtet man den Aufwand, der mit einzelnen Bestellkanälen verbunden ist, nehmen Telefon und E-Mail überproportional viel Zeit in Anspruch: Von der gesamten für Bestellvorgänge aufgewendeten Zeit entfallen 38 % auf das Telefon und 37 % auf E-Mail. Für Online-Kanäle werden hingegen nur 22 % der Gesamtzeit aufgewendet, was zeigt, dass diese wesentlich effizienter funktionieren.

Chancen moderner Software ausnutzen

70 % der befragten Betriebe bestellen noch gar nicht über ihre Branchensoftware, obwohl diese prinzipiell Daten von verschiedenen Händlern integrieren kann. Dafür sind allerdings moderne, einheitliche Software-Schnittstellen notwendig, die noch nicht in der Breite genutzt werden und noch nicht allgemein bekannt sind. Eine der neuesten, Open Masterdata, kennen 70 % der Befragten beispielsweise nicht. Nur 11 % nutzen diese Schnittstelle über ihre Software bereits aktiv.

„Neben der Knappheit bestimmter Artikel ist das Handwerk nach wie vor noch vom Fachkräftemangel betroffen. In dieser Situation kann es sich eigentlich kein Betrieb leisten, dass Mitarbeiter ihre wertvolle Zeit opfern müssen, um online aufwendig alternative Artikel zu recherchieren, E-Mail-Anfragen zu schreiben oder verschiedene Händler abzutelefonieren. Unsere Vision ist es, gemeinsam mit Handwerksverbänden und Händlern ein Ökosystem zu schaffen, indem die verschiedenen Programme direkt miteinander ‚sprechen‘ und so Mitarbeiter auf beiden Seiten entlasten. Möglich wird das durch Schnittstellen wie Open Masterdata für deren Möglichkeiten wir weiterhin werben wollen, schließlich kann viel Zeit eingespart werden, wenn Bestellvorgänge direkt aus der eigenen Software heraus initiiert und anschließend vollständig digital verwaltet werden können“ sagt Dominik Hartmann, CEO von OneQrew. „Um die Hürden für die Digitalisierung von Bestellvorgängen zu überwinden, müssen einheitliche, branchenübergreifende Standards etabliert werden.“

Methodik

Für den bundesweiten Preisatlas Handwerk hat OneQrew insgesamt 670 deutsche Handwerksbetriebe befragt, die hauptsächlich aus den Gewerken Sanitär-Heizung-Klima, Elektrotechnik, Dachdecker, Zimmerer, Tischler/Schreiner, Metall- und Gerüstbau sowie Maler/ Gipser/ Stuckateur kommen. Die Antworten wurden zwischen dem 13. Februar und dem 21. März 2023 in einer Online-Befragung ermittelt. Der vollständige Preisatlas Handwerk 2023 steht unter diesem Link zum Herunterladen bereit.

OneQrew.com