Die novellierte Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude (BEG) sieht für nächstes Jahr weniger Zuschüsse für den Wärmepumpen-Einbau vor. Laut einer aktuellen Thermondo-Umfrage erhöht das den Handlungsdruck bei den Kunden. Fast die Hälfte der Befragten denkt über einen vorgezogenen Heizungstausch nach.

Die Reform der Heizungsförderung trifft bei vielen Hauseigentümern auf Ablehnung – könnte aber zugleich den Wechsel zur Wärmepumpe beschleunigen. Das geht aus dem aktuellen Thermondo Wärmepumpen-Monitor hervor. Für die im Juli 2026 durchgeführte Online-Befragung durch das beauftragte Marktforschungsinstitut Appinio wurden 1.000 Eigenheimbesitzer befragt.
Demnach kennen 83 % der Befragten die staatliche Heizungsförderung. Die jüngste Kürzung bewerten 55 % als eher negativ oder sehr negativ. Nur 21 % heißen die Änderungen gut, 19 % zeigen sich unentschlossen.
Sinkende Förderung erhöht Handlungsdruck
Gleichzeitig scheint der vorgesehene Abschmelzpfad bei der Förderung Wirkung zu zeigen. Die Fördersumme sinkt ab Februar 2027 alle sechs Monate um rund 1.300 Euro. Ende 2028 gibt es statt 12.880 Euro im Regelfall laut Thermondo nur noch 7.500 Euro vom Staat für die neue Wärmepumpe.
45 % der Teilnehmer gaben an, dass sie wegen der künftig sinkenden Zuschüsse einen schnelleren Wechsel zur Wärmepumpe erwägen. 11 % wollen die Investition nach eigener Aussage definitiv vorziehen, weitere 34 % denken zumindest darüber nach. Für 51 % bleibt der Zeitplan trotz der Förderänderung unverändert.
Wärmepumpe bleibt bevorzugte Lösung
Die Einstellung zur Förderkürzung habe dabei keinen direkten Einfluss auf einen schnelleren Wechsel: 58 % derjenigen, die definitiv schneller auf die Wärmepumpe wechseln möchten, bewerten die Reform sogar positiv. Umgekehrt ändert sich für 34 % der Befragten, die die Kürzung negativ beurteilen, nichts am Tempo des Heizungstauschs.
Bei einem spontanen Heizungstausch würden sich 49 % der Befragten für eine Wärmepumpe entscheiden – der bislang höchste gemessene Wert in der Monitor-Reihe. Auf den weiteren Plätzen folgen Hybridsysteme mit 18 % und Gasheizungen mit 14 %.
Die Kostenfrage bleibt
Als wichtigstes Argument für die Wärmepumpe nennen 63 % der Befürworter sinkende Heizkosten. Jeweils 44 % verweisen auf Versorgungssicherheit und eine mögliche Wertsteigerung der Immobilie. Der Umweltaspekt spielt für 41 % eine Rolle, die staatliche Förderung nur noch für 33%.
Die größten Hürden bleiben aus Sicht der Befragten finanzieller Natur: 35 % nennen hohe Anschaffungskosten als zentrales Hindernis für den Wärmepumpen-Einbau. Sorgen über laufende Stromkosten äußern 20 %, fehlende finanzielle Mittel 18 %. Lediglich 10 % zweifeln grundsätzlich an der Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe.
Bei den Anschaffungskosten zeige sich eine Erwartungslücke, so Thermondo: Im Schnitt würden die Befragten nach Abzug der Förderung 15.575 Euro für eine Wärmepumpe ausgeben. Bei einem durchschnittlichen Preis von 30.000 Euro und dem aktuellen Regel-Förderbetrag von 12.880 Euro verbleibt jedoch ein höherer Eigenanteil von rund 17.120 Euro. Tendenz jedes halbe Jahr steigend.

Zu wenige kennen neue soziale Staffelung der Zuschüsse
Dr. Richard Lucht, VP Communications & Brand bei Thermondo, fasst zusammen: „Die Mehrheit hat verstanden: Die Wärmepumpe rechnet sich. Trotzdem bleiben finanzielle Hürden der Roadblock für die Wärmewende im Eigenheim. Die neue soziale Staffelung der Förderung ist vielen Befragten schlicht noch nicht bewusst. Gleichzeitig stehen Hersteller und Handwerk in der Pflicht, durch Skalierung und Prozessstandards die Preise für Wärmepumpen weiter zu senken. … Wir brauchen spürbare Entlastungen beim Strompreis, damit sich die Elektrifizierung noch schneller rechnet.“
Wenn die Bundesregierung nicht liefert und das Koalitionsversprechen „niedriger Strompreis“ nicht erfüllt, setze Lucht auf die EU-Politik, die im Juli 2026 den „Electrification Action Plan” veröffentlicht hat. Der Plan soll die Wirtschaftlichkeit elektrischer Lösungen gegenüber fossilen Systemen strukturell verbessern – unter anderem durch eine niedrigere Besteuerung von Strom im Vergleich zu Erdgas.