SHK-Handwerk im Aufwind – doch Förderung bleibt Risiko

Bessere Stimmung im SHK-Handwerk gegenüber dem Vorjahr: Das zeigt die aktuelle bundesweite Herbstumfrage 2026 des ZVSHK. Vor allem das Heizungs- und Klimageschäft sowie der Kundendienst laufen sehr gut. Im Sanitärbereich dagegen bleibt die Nachfrage verhalten.

3 Heizungsinstallateure beim Einbau einer Wärmepumpenanlage, Montage der Inneneinheit im Heizungskeller
Das Heizungsgeschäft, insbesondere der Wärmepumpeneinbau, und der Kundendienst sorgen für eine bessere Geschäftslage bei den SHK-Betrieben. – © ZVSHK
Porträtfoto ZVSHK-Präsident Michael Hilpert
ZVSHK-Präsident Michael Hilpert: „Kunden brauchen klare Regeln und eine verlässliche Förderung. Wenn die Politik hier wieder für Unsicherheit sorgt, ist die bessere Stimmung schnell dahin.“ – © info@uniqueandwild.de

Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage ist innerhalb eines Jahres von plus 38,8 auf plus 53,9 Prozentpunkte gestiegen. Das entspricht einer Verbesserung um 15,1 Prozentpunkte. Auch die Auftragsbücher sind wieder voller. Der durchschnittliche Auftragsbestand stieg von 10,1 auf 15,1 Wochen.

Betriebe wieder besser ausgelastet

Die SHK-Betriebe melden eine durchschnittliche Auslastung von 90,8 %. Jeder fünfte Betrieb arbeitet sogar über seiner Kapazitätsgrenze. Rund ein Drittel der befragten Unternehmen verzeichnete in den vergangenen drei Monaten steigende Umsätze. Neue Arbeitsplätze entstehen dagegen bislang nur in geringem Umfang.

Laut ZVSHK bleibt abzuwarten, ob die positive Entwicklung andauert. Auch mögliche Vorzieheffekte aufgrund der Diskussion über Kürzungen bei der Heizungsförderung könnten zum gestiegenen Auftragsbestand beigetragen haben.

Heizung legt zu, Badgeschäft bleibt schwach

Besonders gut läuft es derzeit im Heizungsgeschäft und im Kundendienst. Auch der Bereich Klima/Lüftung hat deutlich zugelegt. Vor allem der heiße Sommer und die damit verbundene starke Nachfrage nach Klimageräten haben das Geschäft belebt.

Anders sieht es im Sanitärbereich aus. Das Badgeschäft entwickelt sich deutlich schwächer als das Heizungsgeschäft. Auch im Klempnerhandwerk sowie im Ofen- und Luftheizungsbau beurteilen die Betriebe ihre aktuelle Lage zurückhaltender, wenn auch weiterhin positiv.

Wieder positive Stimmung

Erfreulich sei der Blick auf die kommenden Monate, so der ZVSHK. Erstmals seit vier Jahren liegt der Indikator für die zukünftige Geschäftslage wieder im positiven Bereich. Mit plus 1,9 Prozentpunkten fällt dieser Wert allerdings noch niedrig aus. Während die Betriebe im Heizungs-, Klima- und Kundendienstgeschäft zuversichtlicher werden, überwiegen im Sanitärbereich leicht negative Erwartungen.

Unterschiede zeigen sich auch nach Betriebsgröße. Kleinstbetriebe mit weniger als vier Beschäftigten blicken skeptischer in die Zukunft als größere Unternehmen.

ZVSHK-Präsident: „Die Kunden investieren wieder. Aber noch nicht überall“

„Nach schwierigen Jahren geht es in unserem Handwerk wieder aufwärts. Vor allem bei den Heizungen kommt Bewegung in den Markt. Die Auftragsbücher sind voller, die Betriebe gut ausgelastet. Das ist erfreulich. Wir sehen aber auch, dass die Erholung noch nicht in allen Geschäftsbereichen angekommen ist. Gerade beim Bad halten sich viele Kunden mit größeren Investitionen weiter zurück“, erklärt ZVSHK-Präsident Michael Hilpert.

Für Hilpert kommt es jetzt darauf an, die positive Entwicklung zu verstetigen: „Unsere Betriebe können und wollen modernisieren. Dafür brauchen sie Kunden, die investieren. Und die brauchen klare Regeln und eine verlässliche Förderung. Wenn die Politik hier wieder für Unsicherheit sorgt, ist die bessere Stimmung schnell dahin.“

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