Der Pfiffikus staunt: Da beschäftigt sich ein Unternehmen 75 Jahre lang mit einem Element, das man weder sehen, riechen noch anfassen kann – und feiert dieses Jubiläum ausgerechnet mit einem Gerät, das ohne heiße Luft keinen Meter vom Boden käme.

Passender geht es kaum, findet der Pfiffikus, und findet die Idee alles andere als abgehoben. Schließlich beschäftigt sich Trox seit drei Vierteljahrhunderten mit der Lüftungs- und Klimatechnik. Dort hat man sich zum runden Geburtstag einen eigenen Heißluftballon spendiert.
Der Pfiffikus fühlt sich sofort an das Si-Team erinnert, das seit der Ausgabe 01/02-2026 ebenfalls per Ballon unterwegs ist – allerdings weniger aus Jubelstimmung,sondern weil die Zeitmaschine ausgefallen ist und für die Reparatur nach wie vor Ersatzteile fehlen. Handwerk ohne Material unktioniert nun mal eben nicht.
Geschraubt, genäht und geknüpft
Handwerk war auch bei der Herstellung des luftigen Werbeträgers gefragt. Zwölf Wochen haben deutsche Ballonbauer in Handarbeit am Trox-Ballon geschraubt, genäht und geknüpft – von der Hülle bis zum Korb. Herausgekommen ist ein Gigant mit 5.000 m3 Volumen, in dessen Korb bis zu acht Passagiere plus Pilot Platz finden. Für eine Fahrt, die je nach Wetterlaune zwischen einer und zwei Stunden dauert und bevorzugt in den ruhigen Morgen- oder Abendstunden stattfindet, zischen rund 200 l Propangas durch den Brenner.
Der Pfiffikus überlegt kurz und stellt fest: Wer Luft gestalten will, muss auch mit ihr umzugehen wissen – und das nicht nur im Kanalnetz eines Bürogebäudes, sondern auch mehrere hundert Meter über dem Erdboden.
Ein „himmlischer“ Marketingbotschafter
Martin Müntjes, Marketingleiter der Trox SE, formuliert die Botschaft so: Was normalerweise unsichtbar bleibe, werde durch den Ballon erlebbar. Der Pfiffikus übersetzt für sich: Endlich mal ein Marketinginstrument, das nicht in einer PowerPoint-Präsentation verstaubt, sondern tatsächlich zum Fliegen kommt, wenn es durch die Luft schwebt. Es wird jedoch nicht nur einmal abgehoben. Denn künftig soll das blaue Luftfahrzeug
bei Veranstaltungen, klassischen Ballontreffen und regionalen Aktionen Aufmerksamkeit erregen.
So ganz nebenbei erinnert sich der Pfiffikus an den Roman „Fünf Wochen im Ballon“ von Jules Verne. Der französische Zukunftsromancier hätte seine helle Freude an einer Branche gehabt, die selbst ihr unsichtbarstes Produkt hoch in den Himmel hebt. Ob die Konkurrenz nun mit Zeppelinen, Gleitschirmen oder Papierfliegern kontert, will der Pfiffikus aufmerksam beobachten. Und sollte das Si-Team dem Trox-Ballon bald schon am Horizont begegnen, wird höflich zurückgewunken – kollegial von Korb zu Korb.
Ihr
Pfiffikus