Ampelmännchen mal anders

Warum soll was im Straßenverkehr funktioniert, nicht auch bei den Kunden funktionieren, dachte sich der Pfiffikus.
Fotos: Si, Oleksandr Moroz|Fotolia, Gina Sanders|Fotolia

„Darf es noch ein Kaffee sein?“, fragte die nette, ältere Dame den Pfiffikus, der gerade dabei war ihre neue Klimaanlage zu installieren. „Nein, eigentlich nicht. Ich habe heute ein volles Auftragsbuch und muss eigentlich schon zum nächsten Kunden. Den Kaffee beim Kunden zuvor, konnte ich schon nicht ablehnen“, dachte sich der Pfiffikus. Er mochte aber auch nicht unhöflich erscheinen, also stimmte er zu und rief seinen nächsten Kunden an: „Es klappt heute leider nicht mehr. Die Auftragslage lässt es nicht zu.“

Dem Pfiffikus ist das immer ziemlich unangenehm, wenn er Kunden vertrösten muss. „Das muss ich doch auch anders lösen können…“, grübelte er vor sich hin. Am Heimweg an der Ampel ging ihm dann ein Licht auf – wortwörtlich! Er kehrte um und fuhr zurück in seinen Betrieb. Bis in die Morgenstunden werkelte er an seiner Idee, um sie zu Arbeitsbeginn seinen Mitarbeitern zu präsentieren.
Mit vor Stolz angeschwollener Brust ­erläuterte er: “Das, meine lieben Mitarbeiter, ist der Durchbruch im Kundenmanagement! Jeder von euch bekommt eine solche Lampe auf den Kopf geschnallt. Rot signalisiert dem Kunden, dass ihr Ruhe braucht. Grün, dass ihr etwas Zeit habt und gestört werden könnt.“ Die Mitarbeiter schauten den Pfiffikus skeptisch an, wollten ihm aber auch nicht sagen, wie lächerlich er mit der Lampe auf dem Kopf aussah. Der Pfiffikus hingegen konnte seine Freude auf den Praxistest kaum verbergen.
„Was bist Du den für’n seltsames Ampelmännchen?“, fragte der erste Kunde an diesem Morgen und konnte sich vor lauter Lachen nicht mehr halten. Der Zweite begrüßte den Pfiffikus mit: „Tatü tata, der SHKler ist da?“ Nachdem dem Pfiffikus bei seinem dritten Kunden der Sohn des Hauses mit einem Spielzeug-Feuerwehrauto um die Beine fuhr und dabei eine Sirene nachahmte, gab er auf. „Da war das Arbeiten früher angenehmer“, dachte er sich und setzte seine Ampel ab. Ganz ähnlich erging es auch seinen Mitarbeitern. Am Abend sammelte der Pfiffikus die Ampeln ein und verkabelte sie neu. Jetzt leuchten sie im Pausenraum. Grün bedeutet es ist noch genug Milch für den Kaffee da. Bei Rot muss der Pfiffikus dringend zum Supermarkt und neue besorgen.
Der Erfindergeist des Pfiffikus ist aber keineswegs getrübt. Vor welchen Aufgaben standen Sie schon in Ihrem Betrieb und konnten es durch eine kleine oder große Erfindung lösen? Teilen Sie mir ­Ihre Erfahrungen im Si-Blog mit. Ich muss mal eben Milch besorgen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.