Für den Pfiffikus gab es in jungen Jahren nur eine Sache, die schlimmer war als die Zwangsteilnahme im Tanzkurs: die Damenwahl in der Tanzstunde. Gott-o-Gott, was war das ein Drama – als die clevere Dagmar1) auf die Jungs-Riege zustürmte, um ausgerechnet mit ihm eine kesse Sohle aufs Parkett zu legen.

Sie war eben ein zupackendes Mädel, die Dagmar, und der Pfiffikus wäre heute heilfroh, so ein Wesen im SHK-Handwerk zu finden. Es gibt – das ist ihm schon lange klar – einfach zu wenig Frauen in unserem schönen Beruf. Nur 907 der insgesamt 40.454 Ausbildungsplätze wurden bis Ende 2024 mit jungen Damen besetzt. Ein magerer Anteil von gerade mal 2,2 %. Unsere Freunde vom Dachdeckerhandwerk kommen immerhin auf 4,5 % und die Kollegen der „Schwarzen Zunft“ haben mit über 18 % eine wesentlich höhere Frauenquote in der Berufsausbildung.
„Da ist also noch reichlich Luft nach oben“, denkt sich der Pfiffikus und sucht gleich mal nach den möglichen Ursachen. Sein Motto: „Die Klischees von gestern schaffen selten die benötigten Lösungen von heute.“
Das gilt für die Kollegen – bei denen das Frauenbild noch älter ist als die meisten Heizungsanlagen in Deutschland – genauso wie für Helikopter-Eltern, die denken, dass ihr Töchterlein besser an der Uni aufgehoben sei als in der praxisnahen Arbeitswelt.
Starke Frauen braucht das Land
Starke Frauen braucht das Land – auch und gerade für die Energie- und Wärmewende. Wenn die Mädels schon etwas fürs Weltklima tun wollen, dann doch bitte mit uns. Der Pfiffikus möchte deshalb mit gutem Beispiel vorangehen und eine Damenwahl für das SHK-Handwerk initiieren.
Schließlich wird in Zukunft mehr Köpfchen als nur reine Muskelmasse gefragt sein. Denn mit dem digitalen Wandel wird sich auch unser Arbeitsumfeld tendenziell verändern. Zudem ist man im Handwerksbetrieb in der Regel ja als Team unterwegs – da kann Diversität nur nützlich sein.
Das muss der Pfiffikus beim nächsten Handwerker-Stammtisch unbedingt anregen – mal sehen, wer von den Kollegen dann mitmacht und beim GirlsʼDay 2026 dabei ist. Vielleicht ist damit ja auch so eine heutige taffe Dagmar1) zu motivieren, ins SHK-Handwerk einzusteigen.
Ihr
Pfiffikus
1) Anmerkung: Der Name lässt sich selbstverständlich wahlweise durch den Namen der Partnerin aus Ihrem letzten Tanzkurs zu ersetzen.