Wieder einmal mehr reibt sich der Pfiffikus verwundert die Augen. Was Forschern nur immer wieder einfällt. Da hat ein Team an der Drexel University in Philadelphia Elefanten einen Trick abgeschaut, um Gebäude zu kühlen.

So wie die Dickhäuter ihre Ohren zum Abkühlen nutzen, sollen nun bald schon viele Häuser „schwitzen“ können.
Elefantenohren und schlaue Wände
Die cleveren Köpfe aus den USA verpassen Betonwänden ein Netzwerk feiner Kanäle, gefüllt mit einem Phasenwechselmaterial wie Paraffin. Tagsüber wird es flüssig, nachts wieder fest – ähnlich wie beim Gefrieren und Auftauen von Wasser – nur bei höheren Temperaturen. Ähnliche Projekte wurden bereits in mehreren deutschen Forschungsvorhaben getestet, erlangten jedoch bisher keine größere Verbreitung. Ob das an den fehlenden Elefantenohren liegt?
Der Pfiffikus jedenfalls sieht schon die Bauherren vor Freude mit den Ohren wackeln. „Ob diese Variante für einen elefantösen Phasenwechselprozess nicht doch ein wenig übertrieben ist?“, überlegt sich der Pfiffikus.
Amir Farnam, Entwickler hinter dieser Idee, erklärt es so: „Wenn es heiß ist, fließt das Blut an die Oberfläche. Wir werden vielleicht ein wenig rot im Gesicht und beginnen damit, über unsere Drüsen zu schwitzen, wodurch wir durch einen Phasenwechselprozess – die Verdunstung des Schweißes – abgekühlt werden.“
Der Pfiffikus fragt sich, ob die Häuser der Zukunft wohl auch rot anlaufen werden, wenn es zu heiß wird? Dabei ist das Prinzip einfach: Die Sonne
heizt das Paraffin auf, es wird flüssig und entzieht dem Beton dabei Wärme. So bleiben die Innenräume kühl, auch ohne Klimaanlage. Erst wenn das Phasenwechselmaterial an seine Grenzen stößt, muss die Technik ran. Nachts verfestigt sich das Material wieder und gibt dabei Wärme ab – ein perfekter Prozess der Temperaturregulierung.
Die Forscher haben sich die Natur zum Vorbild genommen – besonders die Elefanten, die ja bekanntlich nicht schwitzen können. Stattdessen nutzen sie ihre riesigen Ohren als Kühlsystem. Der Pfiffikus fragt sich, ob wir bald Häuser mit überdimensionalen Ohren sehen werden. Denn noch immer gehen fast 40 % des gesamten Energieverbrauchs auf das Konto von Gebäuden. Die Hälfte davon wird allein für die Temperaturregulierung aufgewendet.
Der Pfiffikus sieht hier ein deutliches Einsparpotenzial – und freut sich insgeheim schon auf die ersten mit den Ohren wedelnden Häuser in der Nachbarschaft. Oder hat er da etwas zu wörtlich genommen?
Ihr
Pfiffikus