Grüner Strom aus Schweizer Gleisen

In einem Pilotprojekt sollen in der Schweiz noch dieses Jahr die Solarzellen für Bahngleise des Start-ups Sun-Ways getestet werden.
In einem Pilotprojekt sollen in der Schweiz noch dieses Jahr die Solarzellen für Bahngleise des Start-ups Sun-Ways getestet werden. – © den-belitsky/Adobe Stock

Zur Baustelle fährt man gemeinhin mit dem Auto – da passt nämlich einfach alles rein. Zumindest privat versucht der Pfiffikus aber schon, mit der Zeit zu gehen und mit der Umwelt im Hinterkopf öfter die öffentlichen Verkehrsmittel zu verwenden.

Abseits von der Emissionsaussparung hat sich im Bereich der gleisgeführten Fortbewegungsmittel Ende letzten Jahres noch etwas Spannendes getan: Das Schweizer Start-up-Unternehmen Sun-Ways hat hier nämlich eine neue, mögliche Quelle für grünen Strom entdeckt. Der Gedanke ist es, die Räume zwischen den Bahnschienen mit Solarzellen zu füllen. Würde man das im gesamten Land tun, könnte man jährlich bis zu 200.000 t CO2 einsparen, schätzt das Unternehmen.

Insgesamt spricht man hier von einer Länge von 5.000 km Gleisen, die so ausgestattet für ein Drittel des Stroms des Verkehrssektors des Landes ausreichen würden. Die Sun-Ways-Ingenieure haben dafür 100 x 170 cm große, schwarze Paneele entwickelt, die mit einer Antireflexionsschicht versehen sind, um Lokführer davor zu schützen, geblendet zu werden. Mehrere Paneele können zu Modulen zusammengefasst werden, die entweder von Hand oder mit einem Spezialzug – entwickelt von der Firma Scheuchzer – verlegt werden können. Dieser Zug schafft pro Tag 1.000 m2. Die Paneele sind so befestigt, dass sie leicht entfernt werden können, wenn z. B. Gleisarbeiten anstehen sollten.

Pilotprojekt

Aktuell ist ein Pilotprojekt geplant, bei dem auf einem 100 m langen Gleisabschnitt in der Nähe des Bahnhofs Buttes im Schweizer Kanton Neuenburg 48 Paneele mit einer Spitzenleistung von 18 KW installiert werden sollen. Weitere Pilotprojekte sind in Frankreich, Spanien, Rumänien, Südkorea, China, Thailand, Australien und den USA in Arbeit. Da freut sich der Pfiffikus natürlich schon darauf, die Anreise zur nächsten Bergwanderung mit einem besonders reinen Gewissen antreten zu können.

Ihr
Pfiffikus