Immer diese Bayern

In manchen Kreisen gehört es wohl zum guten Ton, sich mit schöner Regelmäßigkeit über die Bayern aufzuregen. Da sind erst einmal die Fußballer vom FC Bayern München, die immer alles abräumen und zum x-ten Mal Deutscher Meister werden.

Auf dem Oktoberfest in München hat der Pfiffikus wieder einmal festgestellt: Die Bayern sind auf ihre eigene Weise besonders – sie habenihren eigenen Kopf; aber sie sind eben auch überaus erfolgreich, mit dem, was und wie sie es tun.
Auf dem Oktoberfest in München hat der Pfiffikus wieder einmal festgestellt: Die Bayern sind auf ihre eigene Weise besonders – sie haben ihren eigenen Kopf; aber sie sind eben auch überaus erfolgreich, mit dem, was und wie sie es tun. – © Bild mit KI (muryou-aigazou.com/de) erstellt.

Zudem noch Dicke-Backen-Musik mit Weißwurst sowie obendrein auch noch die CSU mit ihrem Alleinunterhalter, Söder. Der hat immer was zu sagen, ist stets auf allen (sozialen) Kanälen dabei und nicht nur im Karneval schrill. Sie haben eben ihren eigenen Kopf – diese Bajuwaren mit Freistaat. Egal ob beim Termin der Sommerferien oder in ihrer Landesbauordnung.

Da muss beispielsweise die Reinigungsöffnung des Schornsteins eben extra groß sein – genau wie in Baden-Württemberg. Das soll mal jemand verstehen. Als ob die Schornsteinfeger dort größere Hände hätten als im Rest der Republik; ach nee – die schwarzen Kollegen heißen in Bayern ja Kaminkehrer und im Fränkischen auch Schlotfeger. Schon wieder so eine regionale Besonderheit. Na ja, geschenkt: das Deutsche Rote Kreuz nennt sich bei denen ja auch Bayrisches Rotes Kreuz.

Der Pfiffikus bewundert auf der anderen Seite aber auch immer wieder die enorme Wirtschaftsleistung der Bayern. Die liegt in etwa auf dem Niveau von Schweden oder Belgien, hat er neulich gelesen. Bei den Finanzen hat man im Freistaat den niedrigsten Schuldenstand und
zahlt trotzdem am kräftigsten in den Länderfinanzausgleich ein. Respekt auch bei der Schulbildung: Da sind sie in jedem Ländervergleich zuverlässig vorn dabei. Vielleicht übt man dort sogar noch das Kopfrechnen – wer selbst rechnen kann, ist bekanntlich klar im Vorteil.

Zudem ist die Kriminalitätsrate in Deutschland nirgendwo so niedrig, wie in Bayern. Junge, Junge – denkt sich da der Pfiffikus. Die Bayern sind eben häufig da, wo andere gern wären – und das nicht nur im Urlaub. Dass das Bier dort dann auch noch etwas besser schmeckt, kommt erschwerend hinzu. Ist ja schließlich ein Grundnahrungsmittel, das dort nur mit 7 % Mehrwertsteuer zu Buche schlägt. Das ergibt auch Sinn – die wirklich wichtigen Dinge des Lebens soll sich eben jeder Bayer leisten können.

Heizungen und Sanitärkeramik gehörten nach Ansicht des Pfiffikus aber auch zwingend dazu. Da muss man sich doch mal mit den süddeutschen Kollegen unterhalten. Die könnten dem Herrn Söder doch mal die abgesenkte Mehrwertsteuer für SHK-Produkte vorschlagen.Frei nach dem Motto: „Mia san mia.“

Ihr
Pfiffikus