Hydraulischer Abgleich für Dummies

„Hydraulischer Abgleich für Dummies“ ist ein Artikel in der Energiedepesche 1/2010 überschrieben. Der Autor schreibt unter anderem: „Der Heizungsfachbetrieb kann mit dem Abgleich kaum Geld verdienen, selbst wenn er die notwendigen Fachkenntnisse besäße. Deshalb ist Selbsthilfe angesagt.“ Die Energiedepesche hat, aus ihrer Sicht folgerichtig, deshalb einen Praxistest für einen einfachen Abgleich in Heimarbeit gestartet. Über den Link gelangen Sie zu dem Artikel. Dort können Sie sich auch die Anleitungen für den Heimwerker als pdf herunterladen und ansehen.

Wie sehen Sie das Ganze? Vernachlässigen Heizungsfachbetriebe den hydraulischen Abgleich, weil er sich für sie nicht lohnt oder fehlen den Fachbetrieben dazu die notwendigen Fachkenntnisse, wie das die Energiedepesche schreibt?

15 Kommentare zu “Hydraulischer Abgleich für Dummies

  1. Bei der Heizungsanlage eines Freundes wurde eine defekte Ümwälzpumpe gegen eine neue geregelte Pumpe getauscht. Die alte Pumpe hatte eine Leistung von 35 W, deshalb empfahl der Heizungsbauer auch eine geregelte mit derselben Leistung zu nehmen. Mein Freund war aber nach der Montage sehr enttäuscht, weil die neue Pumpe auch beim Schließen einiger Heizkörper-Thermostatventile (ca. 30 Jahre alte Danfoss) weiter die gleiche Leistungsaufnahme (35W) anzeigte wie bei komplett geöffneten Ventilen an allen Heizkörpern, also keine Stromersparnis zu beobachten. M.E. hätte der Fachbetrieb von vorneherein darauf hinweisen müssen, dass auch voreinstellbare Thermostatventile erforderlich sind, am besten auch noch ein hydraulischer Abgleich. Ähnliche Probleme dürften inzwischen häufiger auftreten, weil angeblich keine ungeregelten Pumpen mehr eingebaut werden dürfen. Der Kunde glaubt, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten und nach einigen Jahren durch Stromersparnis die Ausgabe wieder hereinholen zu können. Dass eine derartige Anpassung der Heizung an moderne Verhältisse aber nicht mit der Ausgabe für die neue Pumpe erledigt ist, sondern die neuen Thermostatventile plus hydraulischer Abgleich kaum unter 1000 € zu haben sein werden, wird bei der Beratung gerne verschwiegen.

  2. Dass man sich über Hydraulik keinen Kopf macht, das ist doch normal. In der Schule haben wir ja auch nicht gelernt, dass wir eine Steuererklärung einreichen sollen. Wir haben uns auch erst mit dem Luft-Volumenstrom beschäftigt, als es notwendig wurde.

  3. Ich denke auch, dass bei einem hydraulischen Abgleich ein Fachmann eingesetzt wird, aonsonsten frage ich mich manchmal auch, warum ich 6 Semester Maschinenbau studiert habe und vorher noch eine Ausbildung als Werkzeugmacher erfolgreich abgeschlossen habe, wenn jeder Dummie es selber machen könnte ;-)))))))))))

  4. Ab 2021 werden nahezu Nullenergiehäuser Plicht. Passivhaus, Haus ohne Heizung. Für entsprechende Fördergelder ist der hyd. Abgleich aber Pflicht.Wer läuft hier eigentlich dem Stand der Technik hinterher???
    Für die Massenstrombegrenzung gibt es Thermostatventile. Dafür sind sie erfunden worden. Pumpen passen ihre Leistung automatisch an. Bleibt noch die Heizkurve, die peniebel eingestellt werden sollte.
    Im Gebäudebestand ist nicht nur die Heizung alt. Ein komplett saniertes Bestandsgebäude braucht u.U. noch nicht mal eine aktive Heizung.

  5. Die Erklärungsversuche beim Kunden zum hydraulischen Abgleich führen meist zu keinem Ergebnis, da sich der Ottonormalo noch nie Gedanken über Hydraulik gemacht hat. In der Schule war das ja auch nie wirklich ein Thema. Also geht die Sache über den Preis. Beispiel aus de Praxis: Die KFW-Förderung 430 bringt je nach Kesselanlage ca. 300,- Euro. Die neuen voreinstellbaren Ventile kosten je nach Anzahl mit Montage ca. 600,- Euro. Der Kunde erwartet aber von einer Förderung einen „Gewinn“
    und nicht zusätzliche Kosten von ca. 300,- Euro. Ich argumentiere zwar mit der, für den Kunden wie gesagt nicht nachvollziehbaren, besseren Wärmeverteilung, aber die Kosten bei den eh schon sehr teuren Brennwertkesseln sind das größere Kriterium. Einziges Argument bei hakeligen Ventilen wie alten RAV/RAVL ist, dass der Kunde für 300,- Euro Mehrpreis neue Ventile bekommt die besser funktionieren. Das gibt es nicht einmal im Baumarkt incl. Montage! Fest steht, dass der durchschnittliche Kunde den angesprochenen hydraulischen Ableich für Dummies nicht verstehen wird und der Bastler zu keinem vernünftigen Ergebnis kommt. Also werde ich weiterhin gut beraten und Kunden überzeugen.

  6. Ein hydraulischer Abgleich gehört bei einem Neubau doch seit Jahren schon zur Selbstverständlichkeit. Heutzutage sind die Berechnungen dank diverser EDV Programme sehr einfach geworden. Früher musste man ja viel mehr Widerstände in der Anlage berücksichtigen die man teilweise gar nicht erfassen konnte. Daher waren viele Handwerkersmeister überfordert und haben diesen Abgleich erst gar nicht durchgeführt.
    Wir führen in unserem Betrieb regelmäßig Energiesparabende durch bei denen wir auch über den hydraulischen Abgleich informieren. Daraus
    ergeben sich dann fast immer Aufträge bei denen wir Altanlagen mit neuen Thermostatventilen und Köpfen ausstatten und den Abgleich durchführen. Der Kunde erhält dann mit der Rechnung auch einen Ausdruck mit der Berechnung. Eine Einsparung von mehr als 10% ist aber unrealistisch. Gut daran ist das endlich die zum Teil noch montierten alten Handregulierkappen ausgewechselt wurden gegen moderne Thermostatköpfe. Wir erhalten für einen Abgleich pro Ventil ca. 50,00 Euro. Das bringt dann bei einem Einfamilienhaus meistens einen Umsatz von ca. 500,00 -600,00 Euro. Ausserdem stehen wir in unserer Branche immer für Energieeinsparungen und sollten dieses auch nach aussen so praktizieren.
    Ich stimme dem Beitrag von geizenbeimheizen zu und glaube das die Handwerker sich einfach besser verkaufen müssen um das Vertrauen bei den Endkunden zurückzugewinnen. Schliesslich hatten die Verbraucher bei denen wir den Abgleich durchführen ja auch vor uns einen Heizungsbauer, der natürlich diese Einsparmöglichkeit nicht erwähnt hat.
    Vielen Dank also an alle die unerfahrenen Billigheimer die uns dadurch
    neue Kunden verschaffen.

  7. Meine Erfahrung im Endkundenbereich ist diese, das viele Handwerker in der Vergangenheit das Vertrauen Ihrer Kunden verspielt haben.
    Die Kunden wollen einen hydr. Abgleich. Aber vielen Handwerkern gelingt es nicht die dafür notwendigen Arbeitsschritte so zu erklären das der Kunde auch versteht wofür er 400,-€ plus Material bezahlen soll. Und die zu erwartenden Einsparungen sind in der nahen Vergangenheit oft Maßlos übertrieben worden so das auch hier kaum noch ein Endkunde glaubt was Ihm versprochen wird. Und letztendlich lassen sich die Handwerker viel zu oft das Ruder aus der Hand nehmen indem Sie das Marketing der Industrie überlassen, die natürlich eigene Interessen verfolgt, die nicht unbedingt mit den Zielen des Handwerkers deckungsgleich sind. Ich hab den Artikel zum Anlass genommen ein Seminar zu entwickeln welches ich unseren Partnerbetrieben anbiete. Somit kann der Heizungsbauer wieder das Steuer in die Hand nehmen und sich selbst als kompetenter Fachmann vermarkten und wird nicht nur als Handlanger der Industrie wahrgenommen. Weiter fragen dazu beantworte ich auch gerne persönlich. Kontakdaten finden Sie im Impressum von geizenbeimheizen.com

  8. Ich möchte mal feststellen: Die Wärme die in einem Raum verloren geht, geht über die Gebäudehülle und die Lüftung verloren.
    Es gibt in der Physik ein Kontinuitätsgesetz das hier auch gilt, die Leistung eines Heizkörper ändert sich wenn der Volumenstrom oder die Temparatur geändert wird bzw. wenn einer der drei Faktoren geändert wird änder sich die anderen im gleichen Maße. das ist Fakt.
    Selbstverständlich ist eine abgeglichene Anlage besser als wenn an einem Heizkörper das Volumen verpufft.
    Wo allerdings die Einsparung von 20% sein soll kann ich nicht nachvollziehen. da muß die Anlage von der Heizkennlienie und Pumpendruck und Thermostatventile klemmen.
    Was passiert denn wenn ein Thermostatventil zu macht, der Hydraulische abgleich verändert sich, oder?
    Wer kann denn garantieren daß die gleichen Bedingungen herschen während des Abglaichs, was passiert denn wenn die Raumtemparatur zwangsweise steigt wenn der Heizkörper Wärme abgibt. Die Temperaturdifferenz zum Raum wird kleiner also steig zwangsläufig die Rücklauftemparatur.
    Der Abgleich der gemacht wird, wird doch auf einen festgelegten Punkt hin der in der Praxis gar nicht vorhanden ist festgelegt. Sobald sich am Normzustand was ändert stimmt der ganze Abgleich nicht mehr.

    Welchen Stellenwert schreiben wir denn dem Ableich zu. Wer behauptet 20% einzusparen lügt seinen Kunden genauso an. Kontrollieren kann er es auch nicht, die nächste Heizperiode ist doch auch nicht identisch. Hurra wenn wir 20% weniger Energie verbraucht haben, aber villeicht war es auch nur der milde Winter!!!!

    Gleichen wir ab so gut es geht, lassen wir aber die Kirche im Dorf.

    Im übrigen sind neue Heizkörper voreingestellt, die lassen nicht mehr durch als beim Abgleich sowieso herauskommt.

    Wenn dem Hausbesitzer oder Verantwortlichen die Heizungsregelung so gut erklärt wird daß er selbstätig diese verstellen kann und ganz wichtig auch wider reduzieren kann und dies nicht vergisst, ist mehr Energie gespart als mit dem ganzen Abgleich.

  9. Es ist ganz einfach! Viele „Fachmänner“ wollen um jeden Preis möglichst billig den Auftrag und den Wettbewerber unterbieten. Warum also nicht einfach auf den hydraulischen Abgleich verzichten? Schon bin ich billiger, und kontrollieren tut’s eh keiner.
    Mich wundert es nicht wenn das gute Fachhandwerk seinen Ruf verliert! Erst kürzlich konnte ich den Wettbewerbseifer wieder erleben in dem trotz EEWG eine Solaranlage angeboten wurde die gerade mal 34% der nach Gesetz geforderten Fläche erreichte! Unwissenheit? Betrugsabsicht?

  10. Wie der Name schon sagt, haben wir uns das Energiesparen auf unsere Webside geschrieben.
    Für uns gibt es keine neue Heizungsanlage ohne hydraulischem Abgleich!
    Leider können wir so aufgrund der höheren Endsumme auch nicht jeden Auftrag bekommen.
    Somit geht mancher Auftrag an unkompetente „Billigheimer“ verloren;
    die Zeche zahlt dann der Endkunde jedes Jahr durch seine viel zu hohe Gasrechnung trotz neuem Brennwertgerät.
    Bei bisschen mehr Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung in Richtung Endverbraucher wäre da schon wünschenswert.
    Dennoch: Wir machen mittlerweile ca. 10% unseres Umsatzes durch die Optimierung von vorhandenen Heizungsanlagen und verdienen auch gutes Geld damit!
    Mittlerweile hat sich unser Expertenstautus rumgesprochen; Angebote werden kaum noch geschrieben und Neukunden beauftragen uns direkt telefonisch diesen Abgleich samt Hocheffizienzpumpe vorzunehmen.

  11. Wenn ich mir die da Veröffentlichte Anleitung durchlese komme ich zu dem Schluss,das dies selbst technisch und am Thema interessierte LAIEN (und für die soll das ganze ja angeblich sein) überfordert.

    Ein Hydraulischer Abgleich wird heutzutage in fast allen Veröffentlichungen als etwas selbstverständliches beschrieben,
    für den inetressierten Kunden kommt die Erkentniss,das mindestens 80% der Anlagen erst mit entsprechenden Armaturen/Ventilen ausgerüstet werden müssen dann doch sehr überraschend.

  12. Spätestens wenn ein Heizkörper träge arbeitet, kann mit ein bisschen Erklärung der hydraulische Abgleich in aller Regel verkauft werden. Leider wird all zu oft zunächst einmal die Umwälzpumpe vom Fachmann auf Anschlag gestellt. Dass ein Thermostatventil nach 20 Jahren nicht mehr korrekt arbeiten kann, können wir den meisten Kunden auch vermitteln.
    Für uns ist der hydraulische Abgleich ein interessantes Zusatzgeschäft und für unsere Kunden ein Gewinn an Komfort, verbunden mit einer nicht zu unterschätzenden Energieeinsparung.
    Den der an seiner Rücklaufverschraubung selbst rumfummelt erkennt man meist einen Stock tiefer.
    Viele Grüße aus dem Allgäu
    Richard Gläßer

  13. Wir praktizieren das seit einigen Jahren schon sehr erfolgreich.
    Es gibt doch auch Umrüstoberteile für mehrere Fabrikate.

    Norbert

  14. Zum einen kann ich diesen Bezeichnungen “ Hydraulischer Abgleich für Dummies“ nun überhaupt nicht folgen. Der Abgleich selbst ist kein Kunststück, ich bin überzeugt davon, dass jedem Heizungsfachbetrieb die Begriffe wie Volumenstrom, Kvs-Wert und Proportionalbereich oder Druckverlust klar sind. Aber einem Hausbesitzer klarzumachen, dass eventuell neue Thermostatventile und /oder Rücklaufverschraubungen notwendig werden, um den Abgleich machen zu können, löst schon eher Zweifel bei mir auf, wo es doch so billige Ventile schon im Baumarkt oder gebraucht bei Ebay gibt.
    Ich mag mir gar nicht ausmalen, was passiert, wenn Mieter an den alten Schell-Rücklaufverschraubungen herumschrauben, den Sprengring zerstören und denen dann das ganze Innenleben um die Ohren fliegt. Das gleiche gilt auch für die Verstellung der Heizkurve in einem Mehrfamilienhaus. Ich sag nur : Glück Auf, 2010!

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